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Frühwarnsystem für Indonesien Besserer Schutz vor Tsunamis

In Indonesien hat das in Deutschland entwickelte Tsunami-Frühwarnsystem offiziell den Betrieb aufgenommen. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono eröffnete die neue Leitzentrale in Jakarta, wo Computer bei Erdbeben zahlreiche Messdaten in Minutenschnelle analysieren. Wenn ein Tsunami droht, könne innerhalb von fünf Minuten Alarm ausgelöst werden, sagte der Direktor der Meteorologiebehörde, Sri Woro Harijono. "Damit hat die gefährdete Bevölkerung genügend Zeit sich in Sicherheit zu bringen."

Bei dem Erdbeben der Stärke 9,3 an Weihnachten 2004 hatte die verheerende Tsunamiwelle die Westküste von Sumatra innerhalb von 20 Minuten erreicht und verwüstet. Allein in der Provinz Aceh kamen damals mehr als 170 000 Menschen um. Die Opferzahl wäre erheblich niedriger gewesen, wenn die Menschen hätten gewarnt werden können.

Ingenieure werden geschult

Das System wurde maßgeblich vom Geoforschungszentrum Potsdam entwickelt. Komponenten lieferten auch China, Japan, Frankreich und die USA. Es besteht aus zahlreichen Geräten wie Seismometern, GPS- Stationen, Wasserpegelmeldern, Meeresbodensensoren und Messbojen auf dem Meer. Der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, sprach in Jakarta von einem "Meilenstein in der internationalen Katastrophenvorsorge". Nach seinen Angaben hat Deutschland 51 Millionen Euro investiert. Unter anderem bleiben deutsche Experten noch zwei Jahre in Jakarta, um Schwachstellen auszumerzen und indonesische Ingenieure zu schulen.

Warnungen durch Trommeln weitergegeben

Indonesien liegt auf dem sogenannten Ring aus Feuer rund um den Pazifischen Ozean mit zahlreichen Vulkanen und sich verschiebenden Erdplatten. Erdbeben und Vulkanausbrüche passieren häufig. Daran erinnerte Präsident Yudhoyono. Die Menschen müssten sich auf Katastrophen wie den Tsunami 2004 gefasst machen. Er rief seine Landsleute auf, eigene Vorkehrungen zu treffen und wachsam zu sein.

Das Rote Kreuz trainiert Freiwillige als erste Helfer im Katastrophenfall, unter anderem, um die Menschen schnell zu warnen. "Die letzten Meter sind die wichtigsten. Sie sind aber zugleich das schwächste Glied in der Warnkette", sagte der Leiter des deutschen Rotkreuzbüros in Jakarta, Christoph Müller. "Ein Netzwerk von gut geschulten, freiwilligen Helfern ist unerlässlich." Warnungen werden teils durch Trommeln, aber auch über die Lautsprecher der Moscheen weitergeleitet.

Quelle: ntv.de

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