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Astronauten reparieren ISS "Bitte klopfen, wenn ihr wieder reinwollt"

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Arbeiten schwebend im All: Die US-Astronauten Reid Wiseman (l) und Barry Wilmore an der ISS.

(Foto: dpa)

Sechseinhalb Stunden hängen die US-Astronauten Wiseman und Wilmore außen an der ISS und erledigen wichtige Reparaturarbeiten. Ihr deutscher Kollege Gerst schaut zu - und erlaubt sich einen Scherz.

Bei einem etwa sechsstündigen Außeneinsatz haben zwei US-Astronauten wichtige Reparaturarbeiten an der Internationalen Raumstation ISS erledigt. Rund 400 Kilometer über der Erde wechselten Reid Wiseman und Barry Wilmore unter anderem einen defekten Spannungsregler an einer der acht Sonnenbatterien aus, wie die Flugleitzentrale bei Moskau mitteilte. Unterstützt wurden sie vom deutschen Raumfahrer Alexander Gerst an Bord der ISS. "Bitte dreimal klopfen, wenn ihr wieder reinkommen wollt", schrieb Gerst bei Twitter im Scherz.

Mit dem Spannungsregler erreicht die Energieversorgung der ISS wieder volle Leistung, was vor allem den Labormodulen zugutekommt. Bei ihrem anstrengenden Einsatz im freien Kosmos ersetzten Wiseman und Wilmore auch eine defekte Kamera am Außenposten der Menschheit. Für Wilmore war es der erste Ausstieg ins All. Gemeinsam mit Wiseman bereitete er die Raumstation auch für künftige neue Raumschiffe vor: Die Andockplätze der ISS müssen für geplante US-Kapseln wie Dragon V2 verändert werden. Die Transporter sollen ab 2017 zur ISS fliegen. Derzeit sind die USA auf russische Sojus-Raumkapseln angewiesen. In der Raumstation arbeiten derzeit auch drei Russen.

"Das war ein langer, aber lohnender Tag", meinte Wiseman nach dem Wiedereinstieg am späten Mittwochabend. Alle Aufgaben seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Nach genau 6 Stunden und 34 Minuten seien die Astronauten wieder eingestiegen.

Gerst half seinen Kollegen beim Abnehmen der Helme. Er hatte vor einer Woche seinen ersten Außeneinsatz absolviert. Dabei erledigte er mit Wiseman Montagearbeiten an einem Roboterarm und einem defekten Pumpenmodul. Gerst arbeitet seit Ende Mai im All. Der 38-jährige Geophysiker soll Anfang November zur Erde zurückkehren. Bereits nächste Woche sollen zwei Kosmonauten - also russische Besatzungsmitglieder - ins All aussteigen.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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