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Genaue Messung der Eisdecke CryoSat-2 fertiggestellt

Er fliegt 720 Kilometer hoch im Weltraum und kann doch die Dicke der Eismassen an den Polen bis auf zwei Zentimeter genau vermessen: Der Forschungssatellit CryoSat-2 ist jetzt bei EADS-Astrium in Friedrichshafen fertiggestellt und für die Reise nach München verladen worden. Dort wird er bei einer Spezialfirma auf seine Weltraumtauglichkeit getestet und soll am 31. Oktober 2009 in Baikonur (Kasachstan) ins All geschossen werden.

Die internationale Wissenschaftlergemeinde wartet seit Oktober 2005 sehnsüchtig auf die für die Klimaforschung wichtigen Daten. Damals war Vorgänger CryoSat-1 wegen eines Raketendefektes kurz nach dem Start ins Meer gestürzt. Die Europäische Weltraumorganisation gab wenige Monate später den Auftrag für einen Nachbau, der jetzt als in Details verbesserter CryoSat-2 fertig ist.

Erstmals globaler Überblick möglich

Der Satellit kostete rund 75 Millionen Euro, sagte Uwe Minne, Direktor für Erdbeobachtung von Astrium. "Die Daten, die zunächst vor allem an die Universität London gehen, sind von globalem Interesse", sagte der Raumfahrtmanager. Denn die Frage, ob und wie viel die Eismassen in Grönland und der Antarktis schmelzen, hätten enorme Auswirkungen auf das Weltklima.

Bislang konnten in dem riesigen unzugänglichen Gebiet nur punktuell Daten über die Entwicklung des Eises gewonnen werden. CryoSat-2 mit seinem Radarsystem könne erstmals einen globalen Überblick leisten, sagt Minne. Die Dauer der Mission ist zunächst auf dreieinhalb Jahre angelegt, eine Verlängerung auf fünf Jahre ist möglich. Der Programmfehler, der 2005 den Absturz verursachte, sei gefunden worden, betont der Manager des Satellitenspezialisten Astrium. Die neue Trägerrakete, eine umgebaute russische SS 20, habe ihre Zuverlässigkeit inzwischen bei verschiedenen Starts bewiesen.

Quelle: ntv.de

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