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Sechs Tipps zur Risikosenkung Das Rätsel Kindstod

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Von 1998 bis 2008 sank die Sterberate von Säuglingen unter einem Jahr um mehr als die Hälfte.

(Foto: REUTERS)

Der plötzliche Kindstod ist ein Alptraum aller Eltern. Bis heute ist es ein Rätsel, was genau die Ursachen dafür sind. Fest steht, dass sich das Risiko stark vermindern lässt. Die "Stiftung Kindergesundheit" nennt sechs Dinge, die man unbedingt beachten sollte.

Der plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesart bei Säuglingen im ersten Lebensjahr. Lange Zeit galt er als eines der mysteriösesten Phänomene der Medizin. Auch heute lässt sich noch nicht erklären, was genau passiert, wenn ein Baby ohne Vorwarnung stirbt.

Die "Stiftung Kindergesundheit" veröffentlicht jetzt sechs Ratschläge für Eltern, durch die sie das Risiko eines plötzlichen Kindstodes (SIDS) vermindern können: Eine Schlafposition des Kindes in Rückenlage; die Verwendung von Babyschlafsäckchen; das Schlafen im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer; der Schutz vor Überwärmung; eine rauchfreie Wohnung; Stillen an der Brust.

Aufklärung und Vorsorge

Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, sagt: "Nach der Theorie des sogenannten ‚Triple-Risk Models’ kann es zu SIDS kommen, wenn drei Bedingungen gleichzeitig auftreten: Das Kind befindet sich in einem empfindlichen und verwundbaren Entwicklungsstadium seines Nerven- und Immunsystems, es liegen bestimmte genetisch bedingte Strukturvarianten vor, und es kommen Stressfaktoren von außen hinzu, wie Schlaflage, Überwärmung, Infektionen oder eine Belastung durch rauchende Eltern".

Gab es 1998 in Deutschland noch 602 Todesfälle durch SIDS, wurden im Jahr 2008 nur noch 215 Fälle gezählt. Damit sank die Häufigkeit innerhalb von zehn Jahren um fast zwei Drittel.
Dieser Rückgang wurde ohne medizinische Maßnahmen und ohne Medikamente erzielt, allein durch die Information und Aufklärung junger Eltern über das richtige Verhalten.

Rauchen – das große Baby-Risiko

Das Rauchen ist – neben der Bauchlage des Kindes – das wichtigste vermeidbare Risiko für den plötzlichen Kindstod. In Deutschland rauchen trotz aller Aufklärung noch immer über 20 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft. Dabei ignorieren sie, dass sich die Gefahr für das Baby, an plötzlichem Kindstod zu sterben, drastisch erhöht. Bei zehn bis 20 Zigaretten pro Tag ist die Gefahr dreimal höher als bei nichtrauchenden Müttern; bei über 20 Zigaretten sogar neunmal höher.

Zudem weist die Stiftung darauf hin, dass Impfungen kein Risiko für das Baby darstellen. Vielmehr wird der Säugling dadurch zusätzlich geschützt.

Quelle: ntv.de, fma

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