Wissen

Strategie gegen die Monotonie Der seltenere Name gewinnt

Müller in Deutschland, Jensen in Dänemark und Wang in China - immer mehr Menschen teilen sich immer weniger Namen. Doch Wissenschaftler haben eine Strategie entwickelt, wie das Namens-Einerlei zu verhindern ist.

18954791.jpg

Vielleicht bald ein Kriterium bei der Partnerwahl, wer hat den selteneren Namen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Deutschlands Telefonbüchern findet sich rund 5000 Mal der Name Peter Müller, in China tragen mehr Menschen den Nachnamen Wang, als es Einwohner in Deutschland gibt. Um der Eintönigkeit der Namen zu begegnen, haben Bielefelder Forscher jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: Bei einer Heirat soll der seltenere Nachname grundsätzlich zum Familiennamen werden. "Bereits nach 50 Jahren sind im einfachen Modellfall (die Kinder ersetzen die Eltern) die drei häufigsten Namen Müller, Schmidt und Schneider, auf ein Fünftel ihrer jetzigen Häufigkeit abgesunken", teilte die Universität mit.

In Deutschland können sich Ehepartner derzeit für einen ihrer beiden Nachnamen als gemeinsamen Familiennamen entscheiden oder ihren jeweiligen Namen beibehalten.

Die Strategie gegen die Namensmonotonie haben der Entwicklungsbiologe Harald Jockusch und der US-Physiker Alexander Fuhrmann entwickelt. Überaus häufige Namen seien unpraktisch, sagen sie. So gebe es allein im Berliner Telefonbuch 15 Seiten Müllers. In Dänemark seien Namen wie Jensen, Nielsen, Pedersen und Andersen so häufig, dass dies als Problem empfunden werde. Darum wurde dort die Erfindung eigener Familiennamen gesetzlich freigegeben. Einfacher sei aber die "Selten gewinnt"-Regel.

Diese dürfte besonders für Chinesen interessant sein. Während es in Deutschland etwa eine Million Familiennamen für 82 Millionen Einwohner gibt, sind es in China nur 700 für über 1,3 Milliarden Menschen, hieß es in der Mitteilung.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.