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Von gefrorener Atmosphäre bedeckt Eris ähnlich groß wie Pluto

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Pluto (Computergrafik mit der Sonne am Bildrand oben und dem größten Pluto-Mond Charon rechts unten) am Rande unseres Sonnensystems gilt nach Entdeckung von Eris ebenfalls als Zwergplanet.

Dank einer seltenen Konstellation gelingt es Astronomen erstmals, den fernen Zwergplaneten Eris zu vermessen. Er ähnelt in seiner Form und Größe Pluto. Außerdem entdecken Forscher eine ungewöhnlich stark reflektierende Oberfläche.

Der ferne Zwergplanet Eris in den Außenbezirken unseres Sonnensystems ist vermutlich von einer eingefrorenen Atmosphäre bedeckt. Das zeigt eine genaue Vermessung des Eiszwergs, über die ein internationales Astronomenteam im britischen Fachblatt "Nature" berichtet. Eris ist demnach nicht größer als der Pluto, den die Entdeckung des fernen Zwillings den Rang eines vollwertigen Planeten gekostet hatte.

Eris ist rund dreimal so weit von der Sonne entfernt wie Pluto, strahlt aber ungewöhnlich hell, weshalb sie anfangs für deutlich größer als Pluto gehalten wurde. Beobachtungen mit dem "Hubble"- und dem "Spitzer"-Weltraumteleskop ergaben dann nur noch Durchmesser von 2400 bis 2600 Kilometern für Eris. Plutos Durchmesser wird auf 2300 bis 2400 Kilometer geschätzt.

Messung auf zwölf Kilometer genau

Dank einer seltenen Konstellation ergab sich nun die Chance, Eris genau zu vermessen: Der Zwergplanet verdeckte von der Erde aus gesehen kurzzeitig einen Stern im Hintergrund. Diese Sternbedeckung beobachtete ein internationales Team um Bruno Sicardy von der Pariser Université Pierre et Marie Curie von mehreren Punkten der Erde aus und maß dabei jeweils die Bedeckungsdauer.

Aus den Zeiten und den Abständen der Observatorien lassen sich Form und Durchmesser des Himmelsobjekts berechnen. Den Astronomen gelang es auf diese Weise, den 14 Milliarden Kilometer entfernten Eiszwerg auf rund zwölf Kilometer genau zu vermessen: Eris hat demnach einen Durchmesser von 2326 Kilometern und besitzt weitgehend Kugelgestalt, ist also von ähnlicher Größe und Form wie Pluto.

Oberfläche friert immer wieder neu

Die ungewöhnliche Helligkeit von Eris erklären sich die Astronomen mit einer stark reflektierenden Oberfläche. Auch das ist ungewöhnlich, denn eine helle Eisoberfläche sollte im Laufe der Jahrmilliarden durch Sonnenwind und kosmische Strahlung verwittern und dunkler werden. Die Astronomen nehmen daher an, dass Eris eine Atmosphäre besitzt, die regelmäßig einfriert und wieder auftaut, wenn sich der Zwergplanet auf seiner stark elliptischen Bahn von der Sonne entfernt und sich ihr wieder nähert.

Die gefrorene Atmosphäre würde sich als frisches, helles Eis auf der Oberfläche des Zwergplaneten niederschlagen. Momentan befindet sich Eris nahe ihres sonnenfernsten Bahnpunkts. Entsprechend konnten die Astronomen während der Sternbedeckung keine gasförmige Atmosphäre erspähen, die das Licht des Hintergrundsterns sonst kurz vor und nach seiner Bedeckung gestreut hätte. Am sonnennächsten Bahnpunkt befindet sich Eris innerhalb der Plutobahn und könnte dort wie dieser eine dünne Atmosphäre besitzen.

Die Entdeckung von Eris, die zunächst informell nach der Heldin einer Fantasy-Fernsehserie Xena getauft worden war, hatte zur Einführung der neuen Klasse sogenannter Zwergplaneten geführt. Dieser Gruppe wurde dabei auch der Pluto zugeschlagen, der bis dahin als neunter Planet unseres Sonnensystems gegolten hatte. Bis heute herrscht Uneinigkeit über diese Degradierung Plutos. Insofern sei der offizielle Name Eris nach der griechischen Göttin der Zwietracht passend gewählt, heißt es in einem Begleitkommentar in "Nature".

Quelle: n-tv.de, dpa

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