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Neuem Coronavirus auf die Spur gekommen Erreger verbreitet sich über Atemwege

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Geheimnisvoller Killer: Die WHO warnt eindringlich vor dem bisher unzureichend erforschten Coronavirus.

(Foto: REUTERS)

Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet ihn als "Gefahr für die ganze Welt". Der neue Coronavirus hat bereits 33 Menschen das Leben gekostet. Um seine Ausbreitung verhindern zu können, braucht es weitere Forschungsergebnisse. Ein Team von Ärzten berichtet jetzt von neuen Erkenntnissen über den tödlichen Erreger.

Das neue, vor allem im Nahen Osten verbreitete Coronavirus scheint sich vor allem über die Atemwege zu verbreiten. Außerdem finden sich im Gegensatz zum Sars-Erreger, der ebenfalls zu den Coronaviren zählt, im Stuhl von Patienten nur wenige Viren, wie vorwiegend deutsche Mediziner im Fachblatt "The Lancet" berichten. Die Forscher beschreiben den Krankheitsverlauf eines in Deutschland behandelten und verstorbenen Mannes.

Bis zum 14. Juni wurden weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 58 Erkrankungen durch MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) bestätigt, 33 Patienten starben daran. Nun berichten die Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Universitätsklinik Bonn vom Krankheitsverlauf bei einem 73 Jahre alten Patienten aus Abu Dhabi, der im April in München starb.

Tod durch Sepsis und multiples Organversagen

Der Mann hatte zunächst grippeartige Symptome und wurde zwei Tage später in ein Krankenhaus in Abu Dhabi gebracht. Die Ärzte dort diagnostizierten eine Lungenentzündung und verordneten dem Patienten Antibiotika und künstliche Beatmung. Am 19. März, dem 12. Tag der Erkrankung, wurde der Patient nach München verlegt. Die Atemprobleme verschlimmerten sich, zudem erlitt der Mann Nierenversagen. Er starb am 18. Tag der Erkrankung an einer Blutvergiftung (Sepsis) und multiplem Organversagen.

Wie die Mediziner berichten, war die Virenlast in den unteren Atemwegen am größten. Dies bestätigt die WHO-Empfehlung, bei Patienten Virenproben aus diesem Areal zu entnehmen. Geringe Erregermengen fanden die Mediziner in Urin und Stuhl des Patienten, aber nicht im Blut. Die Erreger im Harn könnten darauf hindeuten, dass sich das Virus in den Nieren vermehren kann, vermuten sie. Dies könnte erklären, warum der Mann – wie auch einige andere Patienten – ein Nierenversagen erlitt.

Unterschiede zum Sars-Erreger

Die niedrigen Virenmengen im Stuhl unterscheiden sich dagegen deutlich vom Sars-Erreger. Diese Erkenntnis ist für die Praxis wichtig, denn bislang orientierten sich Ärzte bei der Behandlung auch am Sars-Verlauf. Die hohe Erregerlast in den unteren Atemwegen deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass das Virus hauptsächlich über die Atemwege ausgeschieden wird.

Solche Labordaten seien sehr wichtig, um Prognose und Infektionsrisiko besser einschätzen zu können, betonen sie. In einem Kommentar schreiben Benoit Guery und Sylvie van der Werf vom Hopital Huriez in Lille (Frankreich), dass der MERS-CoV-Ausbruch – gemessen am Verlauf von Sars vor zehn Jahren – noch in der Frühphase sein könne. Daher müsse die internationale Forschergemeinschaft dringend wirksame Therapien finden und bewerten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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