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(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 30. März 2013

Nachweis in Afrika: Es gab mehr Pinguin-Arten

Vor etwa zehn bis zwölf Millionen Jahren lebten mindestens vier verschiedene Pinguin-Arten in Südafrika. Das belegen Forscher anhand von Fossilien. Warum es heute nur noch eine Art gibt, die auf dem heißen Kontinent in freier Wildbahn Zuhause ist, ist unklar.

US-Forscher haben den bislang ältesten Nachweis für Pinguine auf dem afrikanischen Kontinent geliefert. Fossilien belegten, dass vor zehn bis zwölf Millionen Jahren mindestens vier verschiedene Pinguinarten in Südafrika lebten, heißt es im "Zoological Journal of the Linnean Society". Warum es heute nur noch eine Pinguinart in Afrika gibt, können die Wissenschaftler nicht erklären. Als Ursache für das Verschwinden der älteren Arten vermuten sie Veränderungen des Meeresspiegels.

Daniel Thomas vom National Museum of Natural History in Washington und Daniel Ksepka von der North Carolina State University fanden die Fossilien Ende 2010: Damals durchsuchten sie Stein- und Sedimentabtragungen, die aus der Nähe von Kapstadt in Südafrika stammten. Inmitten von Haizähnen und anderen Fossilien stießen sie auf 17 Knochenfragmente mehrerer ausgestorbener Pinguinarten. Die Spezies umfassen demnach fast das gesamte Größenspektrum heute lebender Pinguine: von 30 Zentimetern bis zu fast einem Meter Höhe.

Warum verschwand die Artenvielfalt?

Pinguine verbringen zwar den Großteil ihres Lebens schwimmend im Meer, doch sie sind auf Land angewiesen, um Nester zu bauen und ihre Jungen aufzuziehen, wie die Forscher erklären. Es gebe Hinweise darauf, dass der Meeresspiegel an der südafrikanischen Küste vor fünf Millionen Jahren 90 Meter höher war als heute. Das Wasser habe damals niedrigliegende Gebiete überschwemmt und so ein Netz von Inseln geschaffen – mit mehr Stränden und Brutplätzen für Pinguine.

Heute brütet nur noch eine Pinguinart im südlichen Afrika: der Brillenpinguin (Spheniscus demersus). Die Tiere sind mittelgroß, haben einen schwarzen Rücken und einen weißen Bauch. Ein auffälliges Merkmal der Art sind rötliche Flecken um die Augen, die an eine Brille erinnern – daher der Name. Markant sind auch die bogenförmige schwarze Linie auf der Vorderseite der Tier und ihre lauten eselartigen Schreie.

Brillenpinguin vom Aussterben bedroht

Die Vorfahren der Brillenpinguine kamen vor mindestens 400.000 Jahren von Südamerika aus nach Afrika. Heute sind Brillenpinguine vom Aussterben bedroht – hauptsächlich aufgrund des Rückgangs ihrer Beutetiere durch Überfischung. "Heute ist nur noch eine Art übrig, und es ist unsere Aufgabe, sie zu erhalten", mahnt Thomas in einer Pressemitteilung.

Quelle: n-tv.de

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