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Teufelskreis Waldbrände Feuer verstärken Klimawandel

Kanadische Forscher weisen in einer Studie nach, dass der Klimawandel die Waldbrände in Alaska anheizt. Diese wiederum tragen dazu bei, dass sich der Klimawandel verstärkt. Durch die Brände wird Kohlenstoff freigesetzt, der sich tausende Jahre hinweg angesammelt hat - es ist ein Teufelskreis.

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Was die Waldbränden am meisten nährt, sind Moose und Pflanzenreste - nicht die Bäume.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Klimawandel verstärkt die Waldbrände in Alaska, die daraufhin mehr Treibhausgase freisetzen und so den Klimawandel weiter anheizen. Das geht aus einer Studie von Forschern um Merritt Turetsky von der Universität Guelph im kanadischen Ontario hervor. Veröffentlicht sind die Ergebnisse im Journal "Nature Geoscience". Die Forscher hatten im vergangenen Jahrzehnt mehr als 200 Brandstellen aufgesucht und gemessen, wie viel der überirdischen Vegetation und der im Boden gespeicherten alten Pflanzenteile in Flammen aufgegangen waren.

Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Region in dieser Zeit durch die Brände mehr Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt hat als sie speicherte. Damit wurden die Wälder von einer sogenannten Kohlenstoff-Senke zu einer Kohlenstoff-Quelle. "Wenn die meisten Menschen an Waldbrände denken, denken sie an brennende Bäume, aber was die Feuer am meisten nährt, sind Moose und die Pflanzenreste der oberen Bodenschichten", erklärte Turetsky.

Folge: Änderung des Waldbestandes

"Diese Ergebnisse sind beunruhigend, weil sich die Hälfte des weltweit im Boden gespeicherten Kohlenstoffes in den Permafrost- und Torfböden befindet. Dies ist Kohlenstoff, der sich über tausende Jahre in den Ökosystemen angesammelt hat und nun durch mehr Brände sehr schnell freigesetzt wird", ergänzte sie. Zusammen mit ihren Mitarbeitern hatte sie auch Berichte über Waldbrände seit den 1950er Jahren ausgewertet. Zudem berücksichtigten sie Messdaten zur Erderwärmung.

"In den vergangen zehn Jahren hat sich die verbrannte Fläche im Inneren Alaskas verdoppelt, zumeist durch stärkere Brände zum Ende der Feuersaison", ergänzt Co-Autor Eric Kasischke. "Dies ist die erste Studie die zeigt, dass eine Zunahme der verbrannten Fläche eindeutig mit einer Zunahme der Feuerintensität zusammenhängt. Dies beeinflusst nicht allein die Kohlenstoffspeicherung im Boden, sondern wird den Verlust der Permafrostböden beschleunigen und eine Änderung des Waldbestandes zur Folge haben."

Quelle: ntv.de, dpa