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Garantiert ein Hit? Forscher textet für Bowie

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"Team, Meet Girls; Girl, Meet Team" heißt der Titel. Er ist kaum auszusprechen, soll aber gut sein für Bowies Gesundheit...

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Rockstar David Bowie (62) soll mit einem akademisch perfektionierten Lied ein dauerhafter Charterfolg und die Krönung im Rockhimmel sicher sein. Der Titel "Team, Meet Girls; Girl, Meet Team" klingt etwas ungelenkt und alles andere als nach Bowie ("Let's Dance", "Heroes"), aber nach Untersuchungen eines britischen Forschers der Universität Hertfordshire ist der Text ein Hitgarant.

Der Gesundheitspsychologe Nick Troop will den "idealen" Song für das Musikgenie der 70er und 80er Jahre gefunden haben. Wochen- oder monatelanges Songschreiben könnte den Analysen zufolge bald der Vergangenheit angehören.

Der Forscher hat 266 Lieder aus Bowies 26 Alben analysiert. Troop, selbst Bowie-Fan, suchte nach Verknüpfungen zwischen der Textsprache und dem Erfolg der Lieder in den amerikanischen und britischen Charts. Ein Computerprogramm half ihm bei der Erfassung emotionaler Worte. Besonders erfolgreich seien die Verben "sprechen" und "teilen" und die Einbeziehung aller Hörer durch das Personalpronomen "wir". Damit werde Freude erzeugt, sagt Troop.

Kein Hörvergnügen…

Nach der Auswertung der Statistik schrieb er den aus seiner Sicht idealen Song, den seit seiner Veröffentlichung am Dienstag auf dem Videoportal YouTube etwas mehr als 300 Internetnutzer anklickten.

Doch: Das Ergebnis des Wissenschaftlers wird so wohl kein Bowie- Hit. Im Seminarraum der Universität dröhnt die Stimme des Wissenschaftlers, die Gitarre kommt etwas lustlos daher, wahrlich kein Hörvergnügen. Der Analyse zufolge fördert das Lied aber die Gesundheit des Musikers, und die Hörer bekommen einen Einblick in Bowies Weltsicht.

Troop interpretiert nach eigenen Angaben schon länger Bowie-Songs. Dann unternahmen er und seine Kollegen Studien, die belegen, dass Liedertexte über Traumata und Lebensziele langfristig auch die Gesundheit des Sängers verbessern. "Ich fand heraus, dass die Lieder mit positiven Emotionen und gesellschaftlichen Prozessen erfolgreicher waren als die Lieder, die vom Sterben handeln."

Quelle: ntv.de, dpa