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Vögel singen langsamer Gekühltes Gehirn

Vögel mit kühlem Kopf singen langsamer. Diese Eigenschaft nutzten US-Forscher, um das Gesangszentrum zu finden. Sie kühlten mit einer einfallsreichen Technik genau die Region im Gehirn von Zebrafinken, in der dieses Zentrum vermutet wurde. Daraufhin trällerten die Vögel plötzlich langsamer. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass genau dieser Bereich die Koordination des Gesangs tatsächlich übernimmt. Mit ihrer Kühlmethode ließe sich auch die neuronale Steuerung anderer komplexer Verhaltensweisen untersuchen, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature".

Alle Bewegungsabläufe, von einfachen Handgriffen bis zum Klavierspielen, Sprechen oder Tanzen, bedürfen einer präzisen Steuerung im Gehirn. Ohne eine zentrale Steuerungseinheit würden die einzelnen Einheiten des Bewegungsablaufes auseinanderlaufen etwa so, als wenn ein Orchester ohne Dirigenten spielt. Der Vogelgesang besteht aus verschiedenen Motiven, die aus Silben aufgebaut werden, die wiederum aus einzelnen Noten zusammengesetzt werden. All diese Einzelteile müssen derart koordiniert werden, dass ein komplettes Lied entsteht.

Wie das Gehirn das macht, untersuchten Michael Long und Michale Fee vom Massachusetts Institute of Technology (Cambridge/US-Staat Massachusetts) indem sie einen HVC (high vocal centre) genannten Hirnbereich abkühlten. Niedrigere Temperaturen verlangsamen grundsätzlich die Geschwindigkeit der Hirnprozesse. Und genau dies geschah bei den Zebrafinken: Der Gesang verlangsamte sich deutlich, um maximal fast die Hälfte. Andere akustische Merkmale hingegen blieben so gut wie unverändert. Weitere Untersuchungen zeigten, dass sich die beiden HVCs es gibt einen in der rechten und einen in der linken Gehirnhälfte die Steuerung eines Liedes teilen. Jede Region übernimmt die Kontrolle bestimmter Abschnitte, wobei sie sich aber gegenseitig synchronisieren.

Quelle: ntv.de

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