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Einwanderer aus Osteuropa Grundel bedroht Rhein-Fische

Obwohl sie klein und unscheinbar ist, wird die Kesslergrundel durch ihre starke Ausbreitung zum Problem im Rhein. Sie bedroht heimisches Fischarten und ist als Speisefisch nicht beliebt.

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Eine Kesslergrundel aus dem Rhein.

(Foto: dpa)

Sie ist relativ klein und unscheinbar, und sie droht doch zur Plage zu werden - die aus Osteuropa eingewanderte Kesslergrundel. Der Fisch hat sich in den vergangenen Jahren im Rhein nördlich des Mains schon so stark ausgebreitet, dass dort die Fischerei beeinträchtigt wird. Nun ist die Grundel auch im Rhein bei Mannheim aufgetaucht. Und der Fischereireferent des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Frank Hartmann, heißt sie alles andere als willkommen. Denn das 25 Zentimeter große Tier schnappt nach jedem Köder, der ihm angeboten wird. Mit ihrem relativ großen Kopf und dem schmalen, fleischarmen Körper sei die Grundel aber bislang nicht als Speisefisch begehrt.

Hartmann geht davon aus, dass sich die der heimischen Mühlkoppe ähnelnde Fischart in wenigen Jahren in Baden-Württemberg stark ausbreiten und etablieren wird. Nach Angaben der Behörde stammt die Grundel ursprünglich vom Schwarzen Meer und der Unteren Donau. Von dort hat sie sich über die Donau aufwärts durch den Rhein-Main-Donau-Kanal und dann über den Main auf den Weg in den Rhein gemacht. Warum, weiß man nicht genau. Für Fischerei-Experte Hartmann ist nur klar: "So schnell werden wir die Kesslergrundel nicht mehr los." Denn sie taucht nicht nur scharenweise auf; ihre Männchen haben zudem ein sehr wachsames Auge auf die Jungtiere.

Artenvielfalt im Rhein

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Der Altrhein bei Mannheim.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mit rund 50 Fischarten ist der Rhein ein artenreiches Fischgewässer. In ihm schwimmt auch der vom Aussterben bedrohte Aal, der in Baden-Württemberg seit einem Vierteljahrhundert besonders gehegt wird. Sein Vorkommen wird unterstützt, indem immer wieder Jungtiere ausgesetzt werden. Der Aal pendelt ­ wie der Lachs ­ zwischen Fluss und Meer; nur mit dem Unterschied, dass der Aal aus dem Süßwasser ins Meer wandert und dann zur Fortpflanzung in den Atlantik viele tausend Kilometer bis zur Sargassosee vordringen muss.

Als eine kleine Sensation ist laut Hartmann der Nachweis einer Kinderstube von Meerneunaugen im Rhein zu bewerten. Die dem Aal vom Aussehen ähnelnde ebenfalls "wandernde Art" lebt als erwachsenes Tier im Meer und steigt zum Laichen den Rhein auf. Die Rückkehr anspruchsvoller Fischarten - wie der Atlantische Lachs - zeige, dass sich Wasserqualität und ökologische Bedingungen im Rhein in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, so die Behörde.

Ein toller Fang ging den Fischern übrigens vor wenigen Tagen ins Netz: Aus einem Altrheinarm wurde ein 2,20 Meter langer und mehr als 60 Kilogramm schwerer Wels gefischt - "rekordverdächtig", hieß es in der Mitteilung. Die dämmerungs- und nachaktiven Einzelgänger sind wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches besonders in der gehobenen Gastronomie begehrt.

Quelle: ntv.de, dpa

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