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Bier-Geheimnis gelüftet Hefestamm kam aus Patagonien

Ein kühles Bierchen ist für viele kaum wegzudenken. Wissenschaftler konnten sich jedoch lange nicht erklären, woher der Hefestamm kam, der die jahrhundertealten Brauverfahren überhaupt ermöglichte. Das Rätsel ist nun gelöst.

Das kaltgebraute Lager-Bier verdankt seine Entstehung einem Hefestamm aus Patagonien. Ein Forscherteam aus den USA, Argentinien und Portugal entdeckte nun den Hefestamm auf den Blättern von Buchen am Strand von Patagonien, wie die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Forscher vermuten, dass der Stamm mit dem Namen Saccharomyces eubayanus vor Jahrhunderten im Bauch einer Fruchtfliege oder auf einem Stück Holz die lange Strecke von Argentinien bis zu einem Klosterkeller in Bayern zurückgelegt und sich dort mit dem klassischen Hefestamm Saccharomyces cerevisiae verbunden hat, wie er seit tausenden Jahren in Europa und Asien bei der Herstellung von Brot und Wein eingesetzt wird.

Erst die daraus entstandene neue Hefe ermöglichte es den Mönchen, Bier bei niedrigen Temperaturen zu brauen, das sogenannte Lager. Heute setzt die weltweite Bierindustrie mit dem Verkauf von Lager-Bier jährlich rund 250 Milliarden Dollar um.

Wissenschaftler wussten schon seit langem, dass die Hefe für niedergäriges Bier eine Mischung sein muss. Doch konnten sie trotz intensiver Suche bislang den zweiten Stamm nicht entdecken.

Quelle: n-tv.de, AFP

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