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Mehr verkauft als gefangen? Illegaler Lachsfang

In Russland werden nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF mehr Rote Lachse verkauft als offiziell gefangen. Das habe eine Analyse der Export- und Fangzahlen der Jahre 2003 bis 2005 ergeben, teilte der World Wide Fund for Nature in Frankfurt mit. Zwar stehe der Fisch nicht auf der russischen Roten Liste der bedrohten Arten, dennoch seien Fangquoten festgelegt, sagte WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. "Die Quoten stehen aber nur auf dem Papier, es gibt sehr viele Schlupflöcher." Der illegale Lachsfang werde kaum bekämpft. Es sei absehbar, dass die Bestände in Gefahr gerieten, wenn dies so weitergehe.

Bis zu 15.000 Tonnen Lachs werden pro Jahr über die offiziell angegebene Fangmenge hinaus nach Ostasien exportiert - das wäre fast doppelt so viel wie offiziell gefangen wird, wie die Studie von WWF und TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, ergab. Vermutlich gelange über China ein Teil auch nach Europa und in die USA.

Der Rote Lachs (Oncorhynchus nerka) lebt im Pazifik und wandert zum Laichen in die Flüsse des russischen Fernen Ostens und Nordamerikas. Während der rund 80 Zentimeter lange Fisch im Meer unauffällig blau-grün gefärbt ist, wechselt seine Farbe bei der Wanderung zu einem kräftigen Rot - daher der Name.

Quelle: ntv.de

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