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Siesta bei Kindern gezielt einsetzen Im Schlaf das Gedächtnis schulen

Kinder sollten nach dem Lernen regelmäßig eine Siesta einlegen, um ihr Langzeitgedächtnis zu verbessern. Der Zusammenhang von Schlaf und Gedächtnisleistung ist auch für die Pharmaindustrie nicht uninteressant.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kindertagesstätten sollten Schlaf gezielt einsetzen, um das Gedächtnis von Kindern zu verbessern. Das schlägt der Psychologe Jan Born aufgrund seiner Studien zum Tiefschlaf vor. "Wenn die Kinder nach dem Lernen regelmäßig Mittagsschlaf halten, wird sich dadurch ihre Lernleistung längerfristig deutlich verbessern", sagte der diesjährige Leibniz-Preisträger in einem Interview mit dem Magazin "Zeit Wissen" (April/Mai 2010).

Born erforscht an der Universität Lübeck den Zusammenhang zwischen Schlaf und Gedächtnis und zeigte, dass durch intensive Tiefschlafphasen Gedächtnisinhalte besser in den Langzeitspeicher des Gehirns übertragen werden.

Auch die Pharmaindustrie versuche, den Zusammenhang von Schlaf und Gedächtnisleistung zu nutzen, sagte Born. "Die nächste Generation von Schlafmitteln wird wohl die Tiefschlafphase so verstärken, dass dadurch dann auch das Gedächtnis verbessert wird."

Nach traumatischen Erlebnissen nicht schlafen

Der Psychologe plädiert aber auch dafür, nach einem traumatischen Erlebnis eher nicht zu schlafen, weil sich dieses dann nicht so stark einpräge: Es sei "eine natürliche Reaktion des Gehirns auf traumatische Ereignisse", dass Menschen, die etwas Schlimmes erlebt haben, oft schlecht oder gar nicht schlafen würden. Es sei deswegen auch "eher ungünstig, wenn man Betroffenen nach so einer Erfahrung Schlafmittel gibt."

Quelle: n-tv.de, dpa

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