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Zur Überwachung von Venus, Mars und Jupiter Japan bringt Weltraumteleskop ins All

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Beim zweiten Anlauf hat es geklappt: Der Start der Feststoffträgerrakete "Epsilon" vom Weltraumbahnhof Uchinoura war ursprünglich für Ende August vorgesehen.

(Foto: AP)

Erstmals seit zwölf Jahren hat Japan eine neue Trägerrakete gestartet. Sie hat ein Teleskop zur Beobachtung des Sonnensystems an Bord. Die Rakete gilt als Hoffnungsträger in der Raumfahrt. Eine Besonderheit: Sie ist mit künstlicher Intelligenz ausgestattet.

Japan hat erfolgreich seine neue Rakete Epsilon ins All geschickt. Die neue Feststoffrakete hob um 14. 00 Uhr (Ortszeit, 07.00 Uhr MESZ) vom Weltraumzentrum Kagoshima im Südwesten Japans ins All ab, wie Aufnahmen der Raumfahrtbehörde JAXA zeigten. Die Epsilon-Rakete ist die Hoffnung der japanischen Raumfahrtindustrie. Ihr Start war Ende August bereits einmal gescheitert.

Die 24 Meter lange und 91 Tonnen schwere Rakete entließ laut JAXA eine Stunde nach dem Start in einer Höhe von tausend Kilometern das Teleskop Sprint-A in die Erdumlaufbahn. Aus einer Distanz von 950 bis 1150 Kilometern zur Erde soll es Planeten des Sonnensystems beobachten. Sprint-A steht für Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphere.

Ein Durchbruch für Japan?

Der Start der Trägerrakete mit dem Teleskop war ursprünglich für den 27. August geplant, wurde jedoch 19 Sekunden vor Abflug wegen eines Computerfehlers bei der Bodenkontrolle gestoppt. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Position richtig gewesen war.

Japan hofft, dass sich seine neue Feststoffrakete Epsilon in der internationalen Raumfahrt durchsetzt. "Epsilon ist eine relativ kleine Rakete, die Missionen zu günstigeren Kosten ermöglicht, indem sie bei Personal und den notwendigen Vorbereitungen deutlich reduziert", erklärte ein JAXA-Vertreter.

Rakete überwacht ihren Start selbst

Die dreistufige Trägerrakete ist halb so groß wie die mit Flüssigtreibstoff betriebene japanische Rakete H2-A und ersetzt die Feststoffrakete M-5, die wegen ihrer hohen Kosten im Jahr 2006 außer Dienst gestellt wurde. JAXA zufolge ist Epsilon als weltweit erste Rakete mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, wodurch sie selbst ihren Start überwachen kann. Der Raketenstart am Samstag wurde lediglich von zwei Laptops gesteuert. Nur acht Mitarbeiter waren im Dienst - im Gegensatz zu den 150 Menschen, die für gewöhnlich den Start der Rakete H2-A überwachen.

Die japanische Öffentlichkeit hatte den Start mit Spannung erwartet. Zahlreiche Zuschauer verfolgten ihn in Kagoshima. Vor einer Großbildleinwand in der Hauptstadt Tokio brach Jubel aus, als die Rakete planmäßig abhob. Japan will sich gegen seine asiatischen Nachbarn Südkorea und China behaupten, die große Ambitionen in der Raumfahrt haben.

Quelle: ntv.de, AFP