Wissen

Zunehmend bedroht Kuckuck wird Vogel des Jahres

Der Kuckuck ist der Vogel des Jahres 2008. Dies teilten der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz Bayern in Berlin mit. Der "Cuculus canorus", so der lateinische Name, sei vielerorts bereits verschwunden. Der Lebensraum des Vogels, dessen Name von seinem eingängigen Ruf herrührt, sei in Deutschland ebenso bedroht wie im afrikanischen Winterquartier. "Es wäre tragisch, wenn einer unserer populärsten Vögel bald nicht mehr zu hören sein könnte", meinte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

In Deutschland gehe der Kuckucksbestand seit Mitte der 60er Jahre zurück. Allein in den vergangenen zehn Jahren hätten verschiedene Bundesländer einen Schwund um 20 bis 30 Prozent registriert. Am stärksten sei er in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, im Saarland und in Baden-Württemberg. Im Nordosten Deutschlands, wie etwa im Spreewald, und in den bayerischen Voralpen sei er noch am häufigsten anzutreffen, hieß es weiter.

Vor allem großflächige Monokulturen, zubetonierte Flächen und Pestizide machen dem Kuckuck zu schaffen, wie Opitz berichtete. Denn der Vogel brauche vielfältige und artenreiche Lebensräume sowie Insekten als Nahrung.

Der Kuckuck wird etwa 34 Zentimeter groß. Er ist auch bekannt für seine kuriose Art der Nachwuchs-Fürsorge: Er legt seine Eier in die Nester anderer Vögel, der Wirtsvögel, damit diese den eigenen Nachwuchs für ihn aufziehen. Brutparasitismus nennen das Fachleute. "Nach dem Schlüpfen schiebt der Jungkuckuck nacheinander sämtliche Eier oder bereits geschlüpfte Stiefgeschwister über den Nestrand und lässt sich allein bewirten", erläuterte der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann.

Dabei nutzt der Kuckuck kleinere Wirtsvögel, wie zum Beispiel den Teichrohrsänger oder den Wasserpieper. Weitere Wirtsvögel sind Bachstelze, Hausrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönig. Allerdings wird für die "Kuckuckseier" der Klimawandel zum Problem. Da viele der Wirtsvögel immer früher brüten, der Kuckuck aber seine Zugzeiten als Langstreckenzieher weitgehend beibehält, habe er es immer schwerer, noch Nester zu finden, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, warnten die Naturschützer.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen