Wissen

160 Sternschnuppen pro Stunde Lichtschweife durchkreuzen Augusthimmel

SChnuppe.jpg

Eine Sternschnuppe ist am 13.08.2015 auf Fehmarn (Schleswig-Holstein) am klaren Nachthimmel rechts neben der Milchstraße zu sehen.

(Foto: dpa)

Der Nachthimmel im August hält einiges bereit: Sternengucker sollten schon mal ihre Wünsche bereithalten, denn die Perseiden schicken Sternschnuppen mit Lichtschweifen aus allen Richtungen.

Im August kommt es zu einigen spannenden Planetenbegegnungen. Mars überholt Saturn, Venus trifft sich mit Jupiter. In der Abenddämmerung leuchten drei helle Planeten als erste auf, nämlich Jupiter im Westen, Mars und Saturn im Süden. Der weißglänzende Jupiter wird seit 5. Juli von Juno, einem künstlichen Satelliten, umkreist. Juno ist der zweite irdische Späher in einer Umlaufbahn um den Riesenplaneten. Bereits Anfang Dezember 1995 schwenkte die Raumsonde Galileo in einen Jupiterorbit ein und ließ eine Tochtersonde in die dichte Jupiteratmosphäre eindringen. Diese Mission endete mit dem geplanten Absturz und Verglühen von Galileo in der Jupiteratmosphäre im September 2003.

Mars wandert rasch durch die Sternbilder Waage und Skorpion in den Schlangenträger hinein. Am 24. passiert er Antares, den Hauptstern des Skorpions. Antares wird gelegentlich mit dem ebenfalls rötlichen Mars verwechselt. Jetzt kann man gut beide Gestirne mit einander vergleichen. Antares ist eine Spur röter als Mars, der etwas mehr gelblich-rot erscheint.

Am 25. überholt der Rote Planet Saturn im Sternbild Schlangenträger weit südlich. Es ist reizvoll, die Wanderung von Mars an Antares und Saturn vorbei von Woche zu Woche zu verfolgen. Die beste Beobachtungszeit ist um 22 Uhr herum. Anfang August gehen Mars und Saturn bald nach Mitternacht unter, zu Monatsende schon fast eine Stunde vor Mitternacht.

Venus - der hellste Stern am Himmel

Venus taucht allmählich am Abendhimmel auf. Sie ist der bei weitem hellste aller Planeten. Gegenwärtig ist sie in der hellen Abenddämmerung noch nicht sehr auffällig. Sie ist weit im Westen knapp über dem Horizont zu erspähen. Am 27. überholt Venus den Riesenplaneten Jupiter knapp nördlich. Die beiden hellsten Planeten am irdischen Himmel stehen eng beieinander, ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Da Venus und Jupiter Ende August schon um 21 Uhr untergehen, fällt dieses Planetentreffen in der noch relativ hellen Abenddämmerung am Westhorizont nicht sonderlich auf. Ein Fernglas kann die Beobachtung erheblich erleichtern.

August.jpg

(Foto: dpa-Grafik)

In den ersten Augusttagen flammen besonders häufige Sternschnuppen auf. Sie gehören zum Perseusstrom, einem der aktivsten Meteorlieferanten. Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen und flitzen in alle Himmelsrichtungen. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren uns die Perseiden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde, in manchen Jahren sogar deutlich mehr. In diesem August ist ebenfalls mit einer höheren Fallrate zu rechnen. Schätzungsweise bis zu 160 Meteore pro Stunde werden zum Maximum diesmal aufleuchten. Dies ist in der Nacht vom 11. auf 12. zu erwarten, wobei auch sehr helle Objekte, Feuerkugeln oder Boliden genannt, erscheinen und manchen Zeitgenossen erschrecken mögen. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden von 23 bis 4 Uhr morgens.

Die Perseidenmeteore werden von abgesplitterten Bruchstücken des Kometen 109P/Swift-Tuttle hervorgerufen. Mit 60 Kilometer pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden mit die schnellsten Sternschnuppen.

Die Tage werden wieder kürzer

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, die Tage werden in unseren Breiten kürzer. Am 10. verlässt die Sonne das Sternbild Krebs mittags und wechselt in das Sternbild Löwe, in dem sie bis 16. September bleibt, um anschließend in das Sternbild Jungfrau zu treten. Am 22. August passiert sie den Jungfraupunkt, den Beginn des Tierkreiszeichens Jungfrau. Die Neumondphase tritt am 2. um 22.45 Uhr ein. Vollmond wird am 18. um 11.27 Uhr erreicht.

Tierkreiszeichen und Tierkreissternbilder werden oft in einen Topf geworfen. Tierkreiszeichen sind 30 Grad lange Abschnitte der scheinbaren Sonnenbahn, Ekliptik genannt. Sie sind am Himmel nicht zu sehen. Der Beginn der zwölf Tierkreiszeichen wird durch den Frühlingspunkt bestimmt, dem Schnittpunkt der aufsteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator. Passiert ihn die Sonne, so beginnt der astronomische Frühling. Der Frühlingspunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Widder und das Ende des Tierkreiszeichens Fische, des 12. Zeichens.

Die Tierkreissternbilder wiederum bilden die Kulisse der Sternbilder, vor denen die Sonne im Verlauf des Jahres vorbeizieht. Sie sind die Sternbilder, die man am Nachthimmel sehen kann. Tierkreissternbilder sind unterschiedlich groß. So verweilt die Sonne im Sternbild Jungfrau 45 Tage, während sie in nur 6 Tagen durch das Sternbild Skorpion wandert und anschließend sich 9 Tage im Schlangenträger aufhält. Seit der Festlegung der Sternbildergrenzen im Jahre 1925 führt der Jahresweg der Sonne durch dreizehn Sternbilder.

Durch die langsame rückläufige Bewegung des Frühlingspunktes verschieben sich Tierkreiszeichen und Tierkreissternbilder gegeneinander. Der Fachmann spricht von der Präzession des Frühlingspunktes, der zurzeit im Sternbild Fische liegt und 2610 in das Sternbild Wassermann wechseln wird. Ein voller Umlauf des Frühlingspunktes durch alle dreizehn Tierkreissternbilder dauert 26.000 Jahre. Diese Zeitspanne wird auch Platonisches Jahr genannt.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa