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Leber- und Herztransplantationen Lungenkrebs-Risiko steigt

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Im Schnitt rauchen Patienten einer Herztransplantation 75 Schachteln Zigaretten pro Jahr. Bei Empfängern einer Niere sind es nur rund 29 Schachteln.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Empfänger einer transplantierten Leber oder eines Herzens sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, nach der Organtransplantation an Lungenkrebs zu erkranken.  Das berichteten Forscher auf der zweiten europäischen Lungenkrebs-Konferenz, die vom 28. April bis zum 1. Mai in Genf tagte.

Seit Jahrzehnten wissen Ärzte, dass, dass die immunschwächenden Medikamente, die den Empfängern eines Organes verabreicht werden, das Risiko von neuen Krebserkrankungen erhöhen. Bei Transplantationspatienten liegt das Risiko, dass sich ein böswilliger Tumor entwickelt, bei vier bis 18 Prozent. Das könnte rund 100mal mehr sein als in der übrigen Bevölkerung.

Größte Studie dieser Art

In einer neuen Studie untersuchten französische Forscher nun speziell das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Es ist die bisher größte Studie dieser Art. Untersucht wurde eine Gruppe von mehr als 2800 Patienten, die sich einer Organtransplantation unterzogen.

"Wir konnten feststellen, dass 0,5% der Patienten nach einer Nierentransplantation an Lungenkrebs erkrankten. Nach einer Transplantation der Leber waren es 1,3 Prozent, nach der eines Herzens sogar 2,8 Prozent. Dieser Unterschied ist durchaus bemerkenswert", sagt Dr. Julien Mazieres, Leiter der Studie.

"Das häufigere Auftreten von Lungenkrebs bei Empfängern eines Herzens oder einer Leber könnte damit zusammenhängen, dass diese Patienten – im Vergleich zu den Nierenempfängern - oft eine Vergangenheit als starke Raucher haben." Er rät den Ärzten, entsprechende Patienten genau auf Lungenkrebs hin zu untersuchen, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. "Eine solche Untersuchung ist einfach und effektiv", sagt Mazieres.

Quelle: n-tv.de, fma