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Kleiner Schritt, große Wirkung Malaria-Therapie vereinfacht

Zugelassen ist RTS,S noch nicht. Es wäre der erste Impfstoff überhaupt gegen die Tropenkrankheit. Foto: EPA/U.S. Centers for Disease Control and Prevention

Laut WHO starben im Jahr 2010 insgesamt 655.000 Menschen an Malaria, fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Wissenschaftler finden eine Methode, Malaria einfacher und schneller behandeln zu können. Eine neue Dosierung eines typischen Medikaments reicht demnach aus, die Behandlung effektiver zu machen.

Wissenschaftler haben eine Methode gefunden, Malaria einfacher und schneller behandeln zu können. Eine neue Dosierung eines typischen Medikaments reiche aus, die Behandlung effektiver zu machen, berichtet das Team um den Tübinger Tropenmediziner Peter Kremsner in der Fachzeitschrift "Journal of Infectious Diseases".

Nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Malariapatienten im Moment drei Tage lang mit jeweils fünf Dosen des Medikaments Artesunat behandelt. In einer Studie verabreichten die Mediziner nun 171 Kindern das Medikament nur zwei Tage lang und nur dreimal pro Tag - dafür aber jeweils in höherer Dosis. Der Behandlungserfolg sei bei beiden Therapien gleich, schreiben die Wissenschaftler.

Gerade in unzugänglichen Gebieten sei es bislang schwierig und kostspielig, dass medizinische Ausrüstung und Personal für die Behandlung der Patienten drei Tage vor Ort bleiben müssten. Wenn die Behandlung auf zwei Tage verkürzt werde, könnten die Kosten für eine Malaria-Behandlung in Entwicklungsländern um 40 Prozent sinken, schreiben die Tropenmediziner.

Die WHO hatte erst vor wenigen Tagen gewarnt, dass es an Geld für den künftigen Kampf gegen Malaria fehle. Rund eine Million Menschen sterben jährlich an der Krankheit, meist Babys und Kleinkinder aus Regionen südlich der Sahara. Die Krankheit wird über Mückenstiche übertragen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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