Wissen

Ähnlichkeit mit der Erdoberfläche Mars ist heller als gedacht

44124534.jpg

Mit farbigen Karten markieren die Forscher verschiedene Gesteine der Marsoberfläche.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bisher glaubten Forscher, dass der Mars fast nur aus dichtem, dunklem Basalt besteht. Doch neue Aufnahmen zeigen, dass der Marsboden aus hellem Gestein beschaffen ist - und damit der Erdoberfläche stärker ähnelt als vermutet.

Der Marsboden ist heller als bislang angenommen, zeigen Analysen von Aufnahmen der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter". Der Boden des Roten Planeten enthält demnach vielerorts Feldspat-reiche Minerale, wie sie zuvor nur auf der Erde und auf dem Mond beobachtet worden sind, berichten Wissenschaftler im britischen Fachblatt "Nature Geoscience". Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass der Marsboden fast ausschließlich aus dichtem, dunklem Basalt besteht.

Die Gruppen um James Wray vom Georgia Institute of Technology und um John Carter von der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile hatten mit einem Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde mehrere Marsregionen ausfindig gemacht, die Feldspat-reiches, leichteres Gestein besitzen. Die Entdeckung zeige, dass es sich bei dem kürzlich vom Marsrover "Curiosity" aufgespürten hellen Gestein vermutlich nicht um ein isoliertes Vorkommen handele. Das wiederum lege nahe, dass es auf dem jungen Mars eine viel umfangreichere Magma-Aktivität gab als bislang angenommen.

Rätsel um "felsisches" Gestein

Feldspat ist normalerweise das Produkt komplexer Magma-Prozesse. Auf dem Mars, von dem anders als von der Erde keine Plattentektonik bekannt ist, gibt es kaum Hinweise auf eine wesentliche Magma-Evolution, im Zuge derer etwa durch wiederholtes Aufschmelzen und Kristallisieren leichteres, Feldspat- und Kieselerde-reiches Gestein entsteht. Solches "felsische" Gestein bildet den wesentlichen Teil der Erdkruste. Die Entdeckung von felsischem Gestein durch den Marsrover hatte die Forscher daher überrascht.

Der Fund großer Regionen mit Feldspat-reichem Gestein könne nun möglicherweise helfen, die Herkunft der "Curiosity"-Funde zu klären, schreibt Briony Horgan von der Arizona State University in einem "Nature"-Begleitkommentar.

Quelle: ntv.de, dpa