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Beim Ruder-Training mit anderen Mehr Glück, weniger Schmerz

Wer im Team trainiert, schüttet mehr glücksbringende Endorphine aus und erträgt länger Schmerzen. Dies folgern Emma Cohen von der University of Oxford und ihre Kollegen in einer Studie, die sie in den "Biology Letters" der britischen Royal Society präsentieren. Cohen ließ dafür zwölf Athleten vom Ruderclub der University of Oxford an Ergometern trainieren.

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Rudertraining in Minsk.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Forscher teilten die Ruderer dabei in zwei Gruppen auf, die jeweils in einem virtuellen Boot ihr Pensum absolvierten. Außer dem gemeinsamen Training traten die Probanden (alles Nichtraucher) innerhalb von zwei Wochen auch zu individuellen Einheiten an.

Die Schmerzgrenze untersuchten die Forscher mit Hilfe einer Blutdruckmanschette. Fünf bis zehn Minuten nach der Anstrengung wurde diese um den schwächeren Arm gelegt und allmählich aufgepumpt: Sobald ein Ruderer einen leichten Schmerz fühlte, rief er "jetzt" und die Messung stoppte. Jeder Teilnehmer absolvierte diesen Schmerztest allein.

Zusammen geht es besser

Wenn sich die Ruderer gemeinsam an den Maschinen quälten, erhöhte sich den Messungen zufolge die Schmerzgrenze im Vergleich zum Einzeltraining deutlich. Dabei schlossen die Wissenschaftler aus, dass mehr Opiate ausgeschüttet wurden, weil sich die Sportler in der Gruppe heftiger angestrengt hatten. In den Testläufen unterschied sich der Krafteinsatz nicht wesentlich.

Aus ihren Messungen schließen die Forscher, dass die Erhöhung der Schmerztoleranz in irgendeiner Art und Weise damit zusammenhängt, dass man in einem hochkoordinierten Team zusammenarbeitet. Die Wissenschaftler folgern, dass das Üben in der Gruppe zu einem höheren Ausstoß von Opiaten führt.

Zudem hebe gemeinsame körperliche Anstrengung beim Menschen die Stimmung und fördere die soziale Bindung. Auch beim Lachen, bei Musik und religiösen Ritualen handele es sich um aufeinander abgestimmte Handlungen, die mit Anstrengung und auch mit Euphorie assoziiert werden. "Synchronisierte Aktivitäten" (auch Singen und Wandern) förderten die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Großmut.

Quelle: n-tv.de, dpa

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