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Dank Reproduktionsmedizin Mehr Mehrlinge

Immer mehr Deutsche kommen als Zwilling, Drilling oder gar Vierling zur Welt. Die Zahl der Geburten sogenannter Mehrlingskinder ist 2007 in Deutschland weiter gestiegen. Sie lag bei 22.400, und damit drei Prozent höher als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, waren davon 21.600 Zwillinge. Gut 700 wurden als Drilling und 40 als Vierling geboren. Der Anteil der Mehrlingskinder an allen Neugeborenen nahm binnen Jahresfrist ebenfalls zu: um 0,4 auf 32,6 pro 1000 Säuglinge.

Die Reproduktionsmedizin ist nach Einschätzung von Fachärzten die Hauptursache des Anstiegs. Mit der Verlagerung des Kinderwunsches in eine spätere Lebensphase und der Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit sei auch die Reproduktionsmedizin stärker gefragt, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Prof. Klaus Diedrich.

Einlinge sind gesünder

"Das Ziel einer Kinderwunschbehandlung muss aber die Einlingsschwangerschaft sein", mahnte der Direktor der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Lübeck. Mehrlingsschwangerschaften erhöhten das Risiko von Frühgeburten und Gesundheitsproblemen der werdenden Mütter erheblich.

Der Anteil der Mehrlingsschwangerschaften nach einer Befruchtung im Reagenzglas sei in Deutschland mit 22 Prozent aber zu hoch, weil bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt werden dürften, kritisierte Diedrich. In vielen anderen Ländern dürfe hingegen von drei bis fünf Embryonen einer ausgewählt werden.

Die Zahl der Mehrlingsgeburten steigt allerdings nicht kontinuierlich: So waren es 2004 rund 25 100 Kinder. Mehr als drei Viertel der Eltern der 2007 lebendgeborenen Zwillinge, Drillinge und Vierlinge waren verheiratet. Das waren deutlich mehr als bei den Säuglingen insgesamt (69 Prozent).

Quelle: ntv.de

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