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Drei Milliarden Dollar Betriebskosten pro Jahr ISS bleibt vier Jahre länger im All

Eigentlich sollte das Leben der Internationalen Raumstation 2020 enden. Nun verlängert die US-Raumfahrtbehörde NASA die Nutzung um vier Jahre. Allerdings ist mit den 15 anderen beteiligten Ländern, darunter auch Deutschland, noch nicht das letzte Wort gesprochen.

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Außenposten der Menschheit: Die Internationale Raumstation ISS soll noch vier weitere Jahre Erkenntnisse liefern.

(Foto: dpa)

Die Internationale Raumstation ISS bleibt mind estens bis 2024 weiter in Betrieb. Die US-Regierung habe die Verlängerung der Finanzierung um vier Jahre zugesagt, teilt die US-Raumfahrtagentur NASA in Washington mit. Bislang war die Finanzierung des Weltraum-Labors nur bis 2020 gesichert gewesen.

Die Verlängerung sei ein "wahnsinniges Geschenk" und gebe Sicherheit sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für die privaten Zulieferer der ISS, sagte NASA-Manager William Gerstenmaier. Die internationalen Partner, die an der ISS beteiligt sind, hätten sich noch nicht entschieden, ob sie auch bis mindestens 2024 weitermachen wollten. Außer den USA sind elf europäische Länder sowie Russland, Kanada, Japan und Brasilien an der Station beteiligt, die etwa 350 Kilometer oberhalb der Erde kreist.

Technisch sogar bis 2028 einsatzfähig

Die Entscheidung sei mit den internationalen Partnern abgesprochen worden, betonte Gerstenmaier. Technisch gesehen sei die ISS sogar bis 2028 einsatzfähig. Die Kosten für den Betrieb der ISS belaufen sich nach Angaben der NASA auf etwa drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) pro Jahr. NASA-Sprecher David Weaver verwies auf den großen wissenschaftlichen Nutzen der ISS, der nun weiter ausgeschöpft werden könne.

Der Bau der ISS hatte im Jahr 1998 begonnen, seit Ende 2000 forschen Astronauten auf dem Außenposten der Menschheit im Weltall. Die Station wird von einer wechselnden internationalen Besatzung betreut, die sich jeweils aus sechs Raumfahrern zusammensetzt.

Deutscher Astronaut fliegt im Mai zur ISS

Auch Deutschland ist an dem Technologieprojekt beteiligt. Im Mai soll der deutsche Astronaut Alexander Gerst an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur zur Internationalen Raumstation aufbrechen.

Für die private Raumfahrt sei die verlängerte Nutzung der ISS ebenfalls eine gute Nachricht, sagte Gerstenmaier. Die NASA hatte 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte. Wegen der hohen Kosten setzt die US-Regierung seitdem verstärkt auf private Anbieter. Zudem sei die ISS von großer Bedeutung, um Astronauten auf lange Expeditionen im Weltraum vorzubereiten, sagte er mit Blick auf mögliche Missionen zur Erkundung des Mars.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa/AFP

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