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Einpflanzen von Elektroden könnte helfen Neue Hoffnung für Schmerzpatienten

Millionen Deutsche leiden unter ständigen Schmerzen. Foto: Oliver Killig

Mehrere Millionen Deutsche leiden unter ständigen Schmerzen.

(Foto: dpa)

Meist sind es Kopfschmerzen, die Abertausende von Menschen plagen. Die Patienten leiden oft seit vielen Jahren. Experten bemängeln die schmerztherapeutische Behandlungsstandarts in Deutschland. Therapieformen könnten besser kombiniert werden.

Rund elf Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schmerzen - und viele von ihnen werden nicht optimal versorgt. Nur zwei Prozent der Betroffenen sind bei Ärzten in Behandlung, die auf Schmerztherapie spezialisiert sind, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie. Jeder fünfte Patient leide schon seit mehr als 20 Jahren. Insbesondere Kopfschmerzen, aber auch Gelenk- und Rückenschmerzen sowie Nerven- oder Narbenschmerzen sind weit verbreitet. Eine richtige Therapie mit dem Einsatz mehrerer Bausteine wie Medikamente, Krankengymnastik, Psychotherapie oder Schmerzbewältigungstraining könne vielen unnötiges Leiden ersparen.

Ein noch recht neues operatives Verfahren könne bei sonst austherapierten Patienten helfen: die Implantation von Elektroden. Etwa bei schwerer chronischer Migräne könnten so Schmerzen gelindert werden, sagte Professor Volker Tronnier, Direktor der neurochirurgischen Klinik an der Uni Lübeck. Dem Patienten werden dabei dauerhaft Elektroden unter die Haut am Hinterkopf implantiert. Verbunden sind sie mit einem ebenfalls eingepflanzten Mini-Schrittmacher. Die Elektroden geben leichte Stromimpulse ab, die die Weiterleitung der Schmerzsignale ans Gehirn verhindern sollen.

Kombination von Therapieformen könnte helfen

Bevor solche operative Maßnahmen erwogen werden, müsse aber alles andere ausgeschöpft sein, betonte Tronnier. Angesichts des großen Betroffenen-Kreises betonte der Experte: "Wir brauchen eine bessere schmerztherapeutische Versorgung in Deutschland." Um mehr chronischen Schmerzpatienten besser zu helfen, sollten mehrere Therapieformen kombiniert werden.

Gut die Hälfte der Patienten erhält derzeit Schmerzmittel und Massagen, ein Drittel Wärmebehandlungen oder auch Schlammpackungen, erläuterte die Düsseldorfer Schmerztherapeutin Susanne Stehr-Zirngibl. Das allein helfe aber oft noch nicht weiter. Der Patient müsse auch aktiviert werden - mit Gymnastik oder auch speziellen Entspannungsmethoden. Ferner könnten in manchen Fällen Antidepressiva und Psychotherapie helfen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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