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Ölschwaden nicht mehr nachweisbar Neue Mikrobe hat zugeschlagen

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Hier im Bild: ölzersetzende Bakterien, die sich nach und nach ihr Lieblingsessen einverleiben.

(Foto: Science / AAAS)

Eine neu entdeckte Mikrobenart soll riesige Ölschwaden in den Tiefen des Golfs von Mexiko vernichtet haben. Die Mikroorganismen seien offenbar durch die massive Ölpest nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April angeregt worden, schreiben Forscher in einem im Magazin "Science" veröffentlichten Artikel. Sie hätten die Kohlenwasserstoffe so effizient vernichtet, dass die Ölschwaden von der Größe Manhattans nun nicht mehr nachweisbar seien. Die so genannten Proteobakterien könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen, ohne dabei wie die meisten Öl-zersetzenden Bakterien den Sauerstoff deutlich zu verringern.

Frieder Schauer vom Institut für Mikrobiologie in Greifswald weist jedoch gegenüber n-tv.de darauf hin, dass es nie einer Mikrobenart alleine gelingen könne, das Erdöl abzubauen. "Da sind mindestens 10 oder 20 verschiedene Arten beteiligt und auch notwendig", so Schauer.

Meeresschnee deutet auf Mikroben hin

Nach Angaben der US-Forscher seien die Ölschwaden bereits zwei Wochen nach dem Abdecken des leckgeschlagenen Bohrlochs Mitte Juli nicht mehr nachweisbar gewesen. Es sei jedoch ein Phänomen namens Meeresschnee aufgetreten, das darauf hingedeutet habe, dass sich die Mikroben an den Kohlenwasserstoffen gütlich getan hätten. Mittlerweile gebe es keine Anzeichen mehr für die Ölschwaden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass von den 4,9 Millionen Fass Rohöl, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel ins Meer geflossen sind, nichts mehr übrig ist. Schätzungen der US-Regierung von Anfang August zufolge sind 50 Prozent des Öls aus dem Golf verschwunden, der Rest baut sich demnach rasch ab.

Quelle: ntv.de, rts/asc