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Hepatitis-E-Immunisierung Neuer Impfstoff ist wirksam

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Besonders bei Überschwemmungen ist Hepatitis E in Südostasien weit verbreitet und führt zeitweise zu Epidemien. Wissenschaftlern ist es nun gelungen, einen wirksamen Impfstoff gegen die Leberentzündung zu entwickeln.

Wissenschaftler haben einen Impfstoff gegen die Leberentzündung Hepatitis E bei mehr als 55.000 Menschen in China getestet und für sicher und wirksam befunden. Die Forscher von der Xiamen Universität berichten im Medizinjournal "The Lancet" über ihre Arbeit. Hepatitis E wird wie andere infektiöse Leberentzündungen durch Viren übertragen. Sie verläuft in der Regel milde, kann aber für Schwangere, Kleinkinder und chronisch Leberkranke gefährlich werden.

Überwiegend kommt sie in Asien, Zentral- und Südamerika sowie Nordafrika vor, tritt aber auch vereinzelt in Europa und Nordamerika auf. Die Erreger können durch schmutziges Wasser oder mit verseuchter Nahrung übertragen werden.

Imfpung in drei Etappen

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Mikroskopische Aufnahme des Hepatitis-E-Virus.

Das Team teilte in seiner klinischen Studie mehr als 112.000 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren in zwei Gruppen auf. Eine erhielt dreimal das neue Serum HEV 239, die andere Gruppe bekam als Placebo einen bekannten Impfstoff gegen Hepatitis B. Der Impfstoff wurde zum zweiten Mal nach vier Wochen gegeben, die dritte Dosis erfolgte nach sechs Monaten.

Wie es in "The Lancet" heißt, erkrankte in der Gruppe der Hepatitis-E-Geimpften keiner der Teilnehmer in einem Zeitraum bis zu mehr als einem Jahr nach der letzten Impfdosis. In der Placebogruppe hingegen wurden 15 Fälle der Leberentzündung gezählt. Nebenwirkungen seien bei der neuen Impfung selten aufgetreten, schreiben Ning-Shao Xia und Kollegen. Dazu gehörten Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit.

Auch als Reiseprophylaxe

Auch nach nur zwei Impfdosen sei ein Schutz gegen Hepatitis E erreicht worden, führen die Forscher aus. Somit könnte die Impfung auch für Reisende als Vorbeugung oder aber während eines Ausbruchs der Krankheit interessant sein.

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Vor allem bei Hochwasser kommt es zu zahlreichen Ansteckungen mit Hepatitis E.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein begleitender Kommentar in dem Journal würdigt das neue Präparat HEV 239 als Fortschritt bei der Vorbeugung von Krankheitsausbrüchen in ärmeren Ländern mit schwierigen hygienischen Bedingungen. Um Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bei jenen Menschen zu untersuchen, die am meisten durch Hepatitis E gefährdet sind, müssten jedoch weitere Studien erfolgen, schreibt Scott Holmberg vom Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) in Atlanta weiter. Darüber hinaus gebe es noch keine Angaben darüber, wie lange der Impfschutz anhalte.

Infektion kann tödlich sein

Typische Symptome des Leidens sind Mattheit und Appetitlosigkeit. Bei Schwangeren kommt es häufig zu Fehl- oder Totgeburten, bis zu einem Fünftel der infizierten Schwangeren stirbt. Die Diagnose wird über den Nachweis von Antikörpern im Blut gestellt, das Virus kann auch direkt nachgewiesen werden.

Weitere Leberentzündungen sind die Hepatitis A, die überwiegend in südlichen Ländern vorkommt und vor allem durch Lebensmittel und Wasser übertragen wird. Gegen sie gibt es eine Impfung, ebenso wie gegen Hepatitis B. Diese Infektion kann wie die Hepatitis C auf sexuellem Weg oder über Blutprodukte weiter gegeben werden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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