Wissen

NASA völlig begeistert Panoramabilder vom Mars

Der kleine Mars-Rover "Opportunity" hat erste Panorama-Bilder in Farbe von einem großen Mars-Krater zur Erde geschickt - und die NASA ist völlig begeistert. "Es ist, als stünde man am Grand Canyon und hat die Gelegenheit, von verschiedenen Seiten herunterzublicken, bevor man dann herabsteigt", schwärmte Wissenschaftler James Bell auf einer Pressekonferenz im Washingtoner Hauptquartier der US-Weltraumbehörde.

Die Bilder wurden vom Rande des Victoria-Kraters aufgenommen, den "Opportunity" am 28. September erreicht hatte. Mit einer Breite von etwa 800 und einer Tiefe von 60 Metern ist es bei weitem der größte Krater, den der Roboter und sein "Zwilling", der Rover "Spirit", seit ihrer Ankunft auf dem Roten Planeten im Frühjahr 2004 besucht haben.

Vor allem die Tiefe hat die Wissenschaftler in Aufregung versetzt. Nachdem die Rover bereits in der Vergangenheit Beweise für die frühere Existenz von Wasser auf dem Mars gefunden haben, versprechen sich die Experten nun von der Untersuchung der vielen verschiedenen freigelegten Krater-Gesteinsschichten genauere Erkenntnisse. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob es ständig Wasser auf dem Planeten gab oder nur ab und zu. Vor diesem Hintergrund nannte die NASA die Fotos am Freitag auch den Beginn einer der wahrscheinlich "fruchtbarsten" Phasen bei der Erforschung des Roten Planeten.

"Opportunitys" Bilder zeigen den Wissenschaftlern zufolge bisher noch nie gesehene "Muster" in den Gesteinsschichten. Sie wichen deutlich voneinander ab - ein Zeichen dafür, dass die Umweltbedingungen nicht konstant waren, wie Steven Squyres von der Cornell University auf der Pressekonferenz sagte.

Um die Freude der Wissenschaftler voll zu machen, konnten der Welt auch neue Aufnahmen gezeigt werden, die der "Mars Reconnaissance Orbiter" gemacht hat, eine Sonde, die den Mars umkreist. Die Fotos zeigen unter anderem auch den Victoria-Krater - und "Opportunity" am Rande des Schlunds.

Der kleine Rover hat bisher von einer Ebene aus "geknipst", die "Entenbucht" genannt wird. Demnächst soll sich der Roboter auf einen in den Krater reichenden Gesteinsvorsprung vorwagen, und dann werden die Wissenschaftler allerdings auf eine Geduldsprobe gestellt. Weil sich die Sonne jetzt zwischen Erde und Mars befindet, wird die NASA mehrere Wochen lang nicht mit "Opportunity" kommunizieren können.

Ursprünglich hatte die Weltraumbehörde den Mars-Rovern nur eine Lebensdauer von je etwa drei Monaten eingeräumt. Mit mittlerweile mehr als 900 Tagen hat "Opportunity" auch die kühnsten Hoffnungen weit übertroffen. Und es gibt immer noch keine Anzeichen dafür, dass ihm die Puste ausgeht. "Er zeigt einige Alterserscheinungen, aber ist in guter Form, um den Victoria-Krater zu erforschen", sagte Rover-Projektmanager John Callas.

Quelle: ntv.de