Wissen

Streit am Nordpol "Polarstern" bricht Expedition ab

Ureinwohner Kanadas schaffen es, per Beschluss die Expeditionspläne des deutschen Forschungsschiffes "Polarstern" zu durchkreuzen. Die deutschen Forscher respektieren die Bedenken der Inuit und streichen den Vermessungsteil der Expedition ersatzlos.

13508934.jpg

Das Forschungsschiff "Polarstern".

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach juristischen Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern Kanadas hat das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" eine geplante Expedition in kanadischen Gewässern abgebrochen. Die Wissenschaftler respektierten die Bedenken der Inuit und hätten die kanadischen Gewässer inzwischen verlassen, sagte eine Sprecherin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Die Inuit hatten aus Angst um ihre Fischgründe gegen die von kanadischen Behörden genehmigte Forschungsfahrt geklagt und vor Gericht Recht bekommen.

Nach dem überraschenden Aus für die seit langem geplante Expedition drehte die "Polarstern" ab. Sie befinde sich mittlerweile in grönländischen Gewässern und setze ihre Forschungsfahrt dort fort, sagte die AWI-Sprecherin.

Ureinwohner setzen sich durch

Auf der Fahrt durch die kanadischen Gewässer wollte eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern seismische Untersuchungen im Lancastersund, eine Meerenge bei der Baffininsel im äußersten Nordosten Kanadas, vornehmen. Die Untersuchungen sollten Hinweise darauf geben, wie sich der amerikanische Kontinent und Grönland voneinander getrennt haben.

Das gerichtliche Verbot sei überraschen gekommen, sagte die AWI-Sprecherin. Die Untersuchungen seien auch auf Grundlage der kanadischen Umweltschutzbestimmungen genehmigt und alle Auflagen erfüllt worden.

Die Inuit befürchten, dass die bei den Untersuchungen eingesetzten Schallwellen Wale und andere Meeressäuger vertreiben, die für die Ureinwohner nach wie vor eine Nahrungsquelle sind.

Hintergrund des Streites um die Forschungsfahrt ist auch die Auseinandersetzung zwischen den Vertretern des seit 1999 eigenständigen Inuitterritoriums Nunavut und der Zentralregierung im kanadischen Ottawa. Zwischen beiden Administrationen ist immer wieder umstritten, wie weit das Mitspracherecht der Ureinwohner gehen darf.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema