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Freitag, 26. Februar 2010

Junk Food im alten Ägypten: Priester starben an Götterspeise

Die Priester im alten Ägypten verspeisten die Opfergaben für die Götter - darunter Fleisch, Süßigkeiten, Bier und Wein - selbst. Dafür bezahlten sie mit einem frühen Tod.

Touristen an den Pyramiden in Gizeh.
Touristen an den Pyramiden in Gizeh.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Götterspeisen der alten Ägypter führten eher zum frühen Tod als zur Unsterblichkeit. Das legt eine Studie der Universität Manchester nahe.

Den ägyptischen Göttern wurde dreimal am Tag ein Buffet mit Fleisch und Süßigkeiten aufgetischt - gegessen allerdings wurden die Himmelsspeisen dann von den Priestern und ihren Familien. Die bekamen von dem viel zu fettigen "Junk Food" verkalkte Arterien und Herzprobleme, wie die im "Lancet medical journal" vorgestellte Studie zeigt.

"Die Botschaft könnte nicht deutlicher sein: Lebe wie ein Gott und bezahle dafür mit deiner Gesundheit", sagte Rosalie David, die für die Studie zusammen mit ihren Helfern Hieroglyphen und Bilder an Tempeln ausgewertet hat. Auch Mumien von ägyptischen Priestern bestätigten die ungesunde Lebensweise.

Verkalkte Arterien und Herzkrankheiten

Auf dem Himmels-Speiseplan standen vor allem Mahlzeiten mit viel gesättigten Fettsäuren, außerdem viel zu viel Bier und Wein. An den Mumien wurden bei Röntgenaufnahmen denn auch die unmissverständlichen Zeichen von verkalkten Arterien und Herzkrankheiten gefunden. Die Lebenserwartung selbst eines sozial hochgestellten Ägypters lag vermutlich auch Dank des Essens relativ niedrig bei 40 bis 50 Jahren.

Der Priester galt als Diener der Götter und reichte diesen im Tempel die wertvollen Speisen. Allerdings dachten sich die heiligen Männer wohl mit der Zeit: Was für eine Verschwendung. Gegessen wurden die Opfergaben deshalb vom Tempelpersonal und seinen Familien. David: "Die Studie zeigt auch, dass verstopfte Arterien durch eine zu reichhaltige Ernährung kein Problem der Moderne sind - es geht zurück auf uralte Zivilisationen."

Quelle: n-tv.de