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Historische Keimzelle gefunden Rätsel um Hamburgs Ursprung gelöst

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Die vom Archäologischen Museum Hamburg angefertigte Visualisierung zeigt die Hammaburg, den Ursprung der Stadt Hamburg.

picture alliance / dpa

Jahrelang suchen Archäologen nach der Hammaburg, dem Geburtsort der Stadt Hamburg. Jetzt bringt die Auswertung mehrerer archäologischer Ausgrabungen erstaunliche Ergebnisse: Die Chronik der Stadt muss umgeschrieben werden.

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Ausgrabung auf dem Domplatz im Jahr 2005: Die Archäologen müssen sich durch mehrere Jahrhunderte Hamburger Geschichte graben.

(Foto: dpa)

Die Hammaburg, die historische Keimzelle der Stadt Hamburg, war von Beginn an ein Handelsplatz und nicht wie bisher vermutet eine Kirchengründung. "Der berühmte Bischof Ansgar wurde 832 in eine bestehende Handelsstadt entsandt", sagte der Direktor des Archäologischen Museums Hamburg, Rainer-Maria Weiss. Seit Jahrzehnten hatten Archäologen nach der Hammaburg gesucht, doch auch Ausgrabungen im Jahr 2005 und 2006 hatten zunächst keine eindeutigen Hinweise gegeben. Nach neuesten Bewertungen der Grabungsergebnisse steht jedoch fest: Es gibt Reste der Hammaburg auf dem heutigen Domplatz, aber sie sind älter als vermutet.

Bisher ging man davon aus, dass die Hammaburg um 815 errichtet und die Siedlung mit der Ankunft des Missionars und Bischofs Ansgar im Jahre 832 entscheidend aufgewertet wurde. "Karl der Große hat keine Karte gezückt und gesagt: Hier baut ihr die Hammaburg. Und auch Ansgar hat die Hammaburg nicht gegründet. Sondern das ist eine von vielen kleinen Siedlungen gewesen, in die Ansgar geschickt wurde und die dadurch erst an Bedeutung gewonnen hat", sagte Weiss. Innerhalb der Hammaburg stand auch keine Kirche, wie bislang angenommen wurde. Die lange gesuchte Kirche des Ansgars vermuten die Archäologen jetzt weiter nördlich - dort, wo heute die Petrikirche steht.

Mehrere große Ausgrabungen

Das historisch bedeutsame Gelände des Domplatzes hat in  den Jahren 1949 bis 1956, 1980 bis 1987 und zuletzt 2005/06 bereits dreimal im Zentrum großer archäologischer Ausgrabungen gestanden. "Um die Befunde vom Domplatz wissenschaftlich richtig einordnen zu können, mussten wir das gesamte Material zunächst sichten und in Zusammenhang mit den Ergebnissen aller bisherigen Hamburger Altstadtgrabungen bringen. Das Puzzle ist nun zusammengesetzt worden", sagte Weiss.

"Mythos Hammaburg" heißt die große Ausstellung, die von Oktober 2014 bis Mai 2015 im Archäologischen Museum Hamburg gezeigt werden soll. Dann werden alle Grabungsergebnisse der vergangenen Jahrzehnte der Öffentlichkeit präsentiert.

Quelle: n-tv.de, sni/dpa

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