Wissen

Schokolade für die Raumfahrer Rakete setzt "Kepler" im All aus

23147009.jpg

Der Start musste genau um 22.51 Uhr (MEZ) erfolgen, damit der Transporter die ISS erreichen und schließlich am 23. Februar 2011 andocken kann.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem zweiten Startversuch bringt eine Ariane-Rakete den unbemannten europäische Raumtransporter "Johannes Kepler" erfolgreich ins All. Der Frachter ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. An Bord des 20 Tonnen schweren Versorgungsschiffs sind Frischluft, Lebensmittel, Brennstoffe und wissenschaftliches Material.

Mit Schokolade und frischer Kleidung ist ein unbemanntes Versorgungsschiff zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Der europäische Raumtransporter "Johannes Kepler" hob am Mittwoch kurz vor 23.00 Uhr deutscher Zeit an Bord einer Ariane 5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab. Am Vortag war ein erster Startversuch kurz vor Ablauf des Countdowns wegen technischer Probleme abgebrochen worden.

Etwa eine Stunde nach dem Start setzte die Ariane-Rakete den Frachter vom Typ ATV in 260 Kilometern Höhe im All ab. In acht Tagen soll er am russischen Teil der ISS festmachen. Damit steht ihm der schwierigste Teil der rund 450 Millionen Euro teuren Mission noch bevor. Bei einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde muss es einen nur 15 Zentimeter großen Andockpunkt treffen.

Der nach dem deutschen Astronom Johannes Kepler benannte Raumtransporter soll bis Anfang Juni im All bleiben. Mehrmals wird er die ISS in der Zeit anheben. Diese sinkt kontinuierlich ab und würde ohne fremde Hilfe irgendwann abstürzen. Nach etwa dreieinhalb Monaten beladen die Astronauten den Frachter mit Müll. Auf seinem Weg zurück zur Erde verglüht er kontrolliert über dem Südpazifik.

Arbeit auf der ISS geht weiter

23147044.jpg

Der Leiter des Arianeprogramms in Deutschland, Holger Wentscher, und die Moderatorin Conny Czymoch, jubeln beim Start bei EADS Astrium in Bremen. Es war der 200. erfolgreiche Start einer Ariane-Rakete.

(Foto: picture alliance / dpa)

Unterdessen schlossen am Mittwochabend auf der ISS zwei russische Besatzungsmitglieder den zweiten komplizierten Außeneinsatz binnen eines Monats erfolgreich ab. Wie das Flugleitzentrum nahe Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte, installierten Dmitri Kondratjew und Oleg Skripotschka während ihres knapp fünfstündigen Einsatzes im freien Weltraum unter anderem Sensoren zur Registrierung von Erdbeben und Blitzeinschlägen an das russische Modul "Swesda".

Für Kondratjew war es der zweite Außeneinsatz, für Skripotschka sogar schon der dritte. Erst am 21. Januar hatten die beiden Kosmonauten in fünf Stunden und 23 Minuten unter anderem eine Kamera installiert, die Andockmanöver der russischen Sojus-Kapseln aufzeichnen kann.

Derzeit arbeiten außer Skripotschka und Kondratjew auch deren Landsmann Alexander Kaleri, die US-Astronauten Scott Kelly und Catherine Coleman sowie der Italiener Paolo Nespoli auf der ISS in etwa 350 Kilometern Höhe.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.