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Eingeschleppt in Nordamerika Regenwürmer gefährden Wälder

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Weltweit existieren etwa 3000 Regenwurmarten.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ihre Eier bleiben an Autoreifen kleben oder Angler bringen sie zum Fischen mit. Im Adirondack State Park im US-Bundesstaat New York beobachten Wissenschaftler eine Ausbreitung eingeschleppter Regenwürmer. Die Tiere beschleunigen den Abbau organischer Stoffe im Boden und bringen dadurch den Lebensraum von Flora und Fauna in Gefahr.

Eingeschleppte Regenwürmer bedrohen den größten zusammenhängenden Laubwald der gemäßigten Breiten. Der Wald des Adirondack State Park im US-amerikanischen Bundesstaat New York war seit der letzten Eiszeit frei von Regenwürmern. Nun beschleunigen eingeschleppte Würmer dort den Abbau organischer Stoffe im Boden. Als Folge könne sich der Lebensraum der bodennahen Flora und Fauna verschlechtern und der Boden erodieren, schreiben Dara Seidl und Peter Klepeis von der New Yorker Colgate University im Fachjournal "Human Ecology”.

In ihrer Studie haben Seidl und Klepeis herausgefunden, wie die Regenwürmer in den Wald des Adirondack State Park eingeschleppt werden. Sie analysierten die Umweltgeschichte der Gegend und befragten Touristen und Bewohner der innerhalb des Parks gelegenen Stadt Webb zu Freizeitaktivitäten und Umweltwissen. Das Ergebnis: Europäische Siedler hätten zum Stabilisieren der Schiffsladungen eine Mischung aus Erde und Split benutzt und darin seit etwa 1800 die ersten Regenwürmer mitgebracht.

Würmer bleiben an Autoreifen kleben

Heute würden vor allem die in der Region zahlreichen Angler und Gärtner sowie Autos die Tiere verbreiten. Die Ausbreitung sei nicht immer beabsichtigt, wie etwa beim Autofahren, wenn die Würmer oder ihre Eier an Autoreifen oder Fahrzeugunterböden in den Wald gelangten. Beim Gartenbau und der Umgestaltung von Landschaften würden die Würmer ebenfalls unbeabsichtigt verbreitet.

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Regenwürmer leben im Durchschnitt zwischen drei und acht Jahre.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Durchaus absichtlich dagegen werde der Regenwurm eingeschleppt, wenn er zur besseren Kompostierung eingesetzt oder die überflüssigen Köderwürmer nach dem Angeln in den Wald geworfen würden, schreiben die Forscher. Obwohl sich der Regenwurm selber nur um etwa zehn Meter pro Jahr ausbreite, sei er in den Wäldern des Parks heute weit verbreitet.

Bewusstsein der Bewohner schärfen

Seidl und Klepeis kommen zu dem Schluss, dass die Menschen im Adirondack State Park sich der Gefahr durch die Regenwürmer nicht ausreichend bewusst seien. Während fast 90 Prozent der Befragten angaben, über die Gefahr der eingeschleppten Arten Bescheid zu wissen, wussten nur 17 Prozent, dass Regenwürmer in ihrer Region dazu zählten.

Generell wurden Regenwürmer beim Angeln, Gärtnern und Kompostieren als nützlich für das heimische Ökosystem angesehen. Die Autoren empfehlen daher, die Bewohner und Touristen besser aufzuklären, und den Gebrauch von nicht-lebenden Ködern und passenden Abfallsystemen anzuregen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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