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"Discovery" gelandet Reiter muss laufen lernen

Der deutsche Langzeitastronaut Thomas Reiter ist nach 171 Tagen im All wieder sicher und wohlbehalten auf der Erde gelandet. Reiter hatte für die Europäische Raumfahrtagentur ESA nahezu sechs Monate auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet. "Ich habe jede Sekunde genossen", sagte der 48-Jährige in seinem ersten Interview. Die "Discovery" mit Reiter und den sechs weiteren Crew-Mitgliedern an Bord landete Freitag um 23.32 Uhr MEZ auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.

Zurück nach Houston

Nach ersten medizinischen Untersuchungen und Tests sollte Reiter mit den anderen Raumfahrern zum NASA-Zentrum nach Houston (Texas) zurückgebracht werden. Reiter und sein schwedischer ESA-Kollege Christer Fuglesang hatten unter anderem Daten über die Strahlungsdosis gesammelt, der sie bei ihren Arbeiten im All ausgesetzt waren. Diese Daten sollen jetzt bei der Bewertung des Strahlungsrisikos bei Langzeiteinsätzen helfen. Die beiden ESA-Astronauten werden nach Neujahr nach Europa zurückkommen. Mitte Januar kehrt der 48-Jährige nach Angaben der ESA dann nach Deutschland zurück.

Perfekte Landung

Es sei ein großer Tag mit einer perfekten Landung gewesen, sagte der Direktor der US-Raumfahrtbehörde NASA, Michael Griffin. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Luft-und Raumfahrtzentrums DLR Sigmar Wittig zeigte sich überglücklich und sprach von einem "vorgezogenen Weihnachtsfest".

Bundespräsident Horst Köhler übermittelte Thomas Reiter einen Brief und gratulierte. Der Astronaut habe mit seiner Arbeit "uns "Erdlingen" einen faszinierenden Einblick in die Arbeit an Bord der ISS gegeben und uns damit die Weiten des Weltraums ein bisschen näher gebracht".

Ehrenrunde im All

Die "Discovery"-Crew musste vor der Landung eine 90 Minuten lange Ehrenrunde im All einlegen, weil die Wetterverhältnisse beim ersten Landungsversuch in Florida nicht mitspielten. Anderthalb Stunden später hatte sich eine Regenfront aufgelöst. "Hier sind sieben Leute begeistert. Ich glaube, es werden großartige Feiertage", sagte Kommandant Mark Polansky, nachdem die "Discovery" zum Abschluss ihres 13-tägigen Weltraumeinsatzes auf der Landebahn aufgesetzt hatte.

Reiter muss laufen lernen

Reiter selbst war nach Monaten in der Schwerelosigkeit noch nicht in der Lage, die Stufen der Gangway hinunter zu laufen. Reiter sagte am Samstag, dass ihn trotz der täglich zwei Stunden Sport auf der ISS Anpassungsschwierigkeiten an die Schwerkraft auf der Erde plagten. "Wenn man aufstehen muss, dann fällt das unglaublich schwer. Die ersten Stunden sind kein Vergnügen. Alles dreht sich, wenn man den Kopf ein bisschen bewegt. Man hat das Gefühl, dass einem schwindelig ist." Das Weihnachtsfest verbringt Reiter jetzt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Houston.

Neue Verkabelung für ISS

"Gratulation zum bislang kompliziertesten Weltraumeinsatz", sagte Ken Ham vom NASA-Bodenkontrollzentrum. Während des Besuchs der Raumfähre bei der ISS wurde die Station von außen neu verkabelt, eine wichtige Voraussetzung für eine künftige Erweiterung. Außerdem holten zwei Astronauten bei einem heiklen Einsatz ein sechs Jahre altes Sonnensegel ein, das den neuen Segeln im Weg stand. Die Raumstation ist jetzt zur Hälfte ausgebaut. Bis zur Fertigstellung im Jahr 2010 sollen noch 14 weitere Space Shuttle zur ISS fliegen.

Hunderte Experiment warten

DLR-Vorstandsvorsitzender Wittig freute sich auf Oktober kommenden Jahres, wenn die "Discovery" das europäische Weltraumlabor "Columbus" zur ISS bringt. Das werde den Europäern die Möglichkeit für richtige Forschung geben. Hunderte von Experimenten warteten bereits, sagte Wittig. An Bord der "Discovery" soll dann auch der deutsche Astronaut Hans Schlegel sein.

Quelle: ntv.de

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