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"Endeavour" auf dem Weg zur ISS Schaden am Shuttle harmlos

Space_Shuttle.jpgDie beim Start der US-Raumfähre "Endeavour" losgelösten Trümmerteile sind der US-Raumfahrtbehörde NASA zufolge harmlos. "Es gibt nichts, was wir an der Raumfähre gesehen haben, das uns Sorgen macht", sagte der zuständige NASA-Manager John Shannon in Cape Canaveral in Florida. Die Trümmerteile hätten die "Endeavour" offenbar nicht beschädigt, weil sie sich erst spät gelöst hätten.

Allerdings wollten NASA-Experten den Vorfall genauer untersuchen, um Risiken für die Zukunft auszuschließen. Falls sich Isolierschaum gelöst habe, müsse das bis zum nächsten Flug geklärt sein, sagte Shannon.

Trümmer möglicherweise Isolierschaum

Die "Endeavour" war am Mittwoch im sechsten Anlauf endlich zur Internationalen Raumfähre (ISS) aufgebrochen, nachdem die vorherigen Startversuche an den Wetterbedingungen und technischen Problemen scheiterten. Von NASA TV übertragene Bilder zeigten, dass rund zwei Minuten nach dem Start Trümmerteile die Raumfähre trafen. Der Vize-Verantwortliche der NASA für Weltraumflüge, Bill Gerstenmaier, erklärte, es könne sich dabei um Isolierschaum von einem Außentank oder aber um Eisstücke handeln. Am Vorderteil der "Endeavour" waren demnach kleine weiße Dellen an der Außenhaut zu sehen, wo die Trümmerteile aufprallten. "Das ist aber eigentlich kein Thema für uns", sagte Gerstenmaier.
 

Mit dem Roboter-Arm der "Endeavour" absolvierte die Besatzung eine Inspektion der Raumfähre, die von der NASA als "Standard-Inspektion am Flugtag zwei" bezeichnet wird. Die Bilder sollten den NASA-Experten am Boden gesandt werden, die sie auf Auffälligkeiten hin überprüfen sollten, wie es auf der NASA-Website hieß. Seit abgefallenes Isoliermaterial 2003 die Katastrophe beim Start der Raumfähre "Columbia" auslöste, durch die alle sieben Besatzungsmitglieder starben, achtet die NASA genauestens auf den Zustand ihrer Raumfähren bei Start und Landung.

Kopra bleibt auf ISS

Die "Endeavour" soll gegen 19.00 Uhr MESZ an der ISS andocken. Zur Crew der Raumfähre zählt neben sechs US-Raumfahrern als einzige Frau die Kanadierin Julie Payette. Bei ihrem 16-tägigen Einsatz soll die Mannschaft unter anderem die letzten Bauteile für das japanische Forschungsmodul "Kibo" anliefern. Dieses soll dann in fünf Weltraumeinsätzen von insgesamt mehr als 32 Stunden Dauer vollendet werden. Zudem sind mehrere Reparaturen an der ISS vorgesehen.

Nach Ende des Einsatzes bleibt der 46-jährige Astronaut Tim Kopra an Bord der Raumstation. Er löst den Japaner Koichi Wakata als Mitglied der Langzeitbesatzung ab.

Quelle: ntv.de, AFP