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Den meisten unbekannter Baum "Schöne Else" auserwählt

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Die Früchte der Elsbeere.

Die zum Baum Jahres 2011 gekürte Elsbeere war 1975 in Deutschland so gut wie ausgestorben. "Da half nur unglaubliche Penetranz, den raren Waldfruchtbaum wieder in die Wälder und das Bewusstsein der Forstbehörden zu bringen. Vor allem mussten wir das Rätsel um seine Vermehrung lösen", sagt der Pionier der Nachzucht, Wedig Kausch-Blecken von Schmeling. Doch obwohl sich die "Schöne Else" zierte, gelang es dem Wissenschaftler, innerhalb von 35 Jahren den Baum europaweit wieder millionenfach anzusiedeln. Die Ehrung als Baum des Jahres sieht der Professor daher auch als Lohn für seine jahrzehntelange Forschungsarbeit.

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Sorbus torminalis ist der lateinische Name der Elsbeere.

(Foto: Andrew Dunn, wikipedia)

"Am Anfang gab es nur Pannen", erinnerte sich Kausch. Von hundert Samen ging nur einer auf - zu wenig, um den Bestand zu sichern. Erst nach unzähligen Experimenten fand der frühere Dekan an der Fachhochschule Hildesheim-Holzminden-Göttingen mit seinem Team das Problem: Die Saat des wärmeliebenden Baumes musste monatelang bei niedrigen Temperaturen nasskalt liegen, bevor sie keimfähig wurde.

Aus 100 Samen entstehen 40 Bäume

Nach dieser Erkenntnis suchte Kausch vor 35 Jahren in halb Europa die Früchte der prächtigsten Elsbeeren zusammen. Aus diesem Bestand züchten einige wenige spezialisierte Baumschulen noch heute den Nachwuchs für die deutschen Wälder und Hänge heran. Aus rund hundert Samen werden dank der Forschung der Göttinger inzwischen durchschnittlich 40 Bäume.

In deutschen Wäldern stehen wieder rund eine halbe Million junge Elsbeeren. Zu finden ist das Gewächs mit den schneeweißen Blüten noch an Rhein, Ahr, Mosel, Neckar und Saale - "wo Wein wächst, fühlt sich auch die Elsbeere wohl", sagt der Präsident der Stiftung Baum des Jahres, Silvius Wodarz, am Donnerstag in Berlin bei der Verkündung des Titels für die "Schöne Else".

Quelle: n-tv.de, Werner Fuhrmann, dpa