Wissen

Lärm in der Nordsee Schweinswale leiden

Der Lärm in der Nordsee macht nach einer neuen Studie den Meeressäugern zunehmend zu schaffen. Vor allem Schweinswale seien von lauten Geräuschen gefährdet, teilt die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) in Hamburg mit. Der Studie zufolge erzeugen Schifffahrt, Baggerungen sowie der Bau von Windparks und Ölplattformen immer mehr Krach unter Wasser.

"Die Lautstärke an einigen Meeresautobahnen ist etwa so, als sitze man im Freien neben einer Startbahn eines Flughafens", erklärte ein Meeresexperte des WWF. Schweinswale reagierten besonders empfindlich auf Lärm, weil sie sich ähnlich wie Fledermäuse mit ihrem Gehör orientieren und ihre Beute durch Echo-Ortung aufspüren. Bei längerem Aufenthalt in der Nähe von Schifffahrtswegen drohten den Tieren Hörschäden. Selbst bei größeren Abständen zur Schallquelle könnten die Tiere geschädigt oder sogar ganz vertrieben werden.

Die Naturschutzorganisation fordert deshalb, den Lärmpegel in der Nordsee zu senken. Zwar seien die wichtigsten Lebensräume längst als EU-Schutzgebiet gemeldet, doch der Lärm halte unvermindert an. Nach Ansicht des WWF haben Ölbohrungen, militärische Übungen und laute Sportboote in den Schutzzonen nichts zu suchen. Die Schifffahrtswege sollten deshalb möglichst außerhalb der zu schützenden Gebiete gebündelt werden.

In der Nordsee leben nach Angaben des WWF schätzungsweise 340 000 Schweinswale, davon bis zu 50 000 in der deutschen Nordsee.

Quelle: n-tv.de