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Noch schaut die "Solar Impulse 2" sehnsüchtig der Sonne entgegen. Erst Mitte Juni wird sie wohl wieder starten können.
Noch schaut die "Solar Impulse 2" sehnsüchtig der Sonne entgegen. Erst Mitte Juni wird sie wohl wieder starten können.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 04. Juni 2015

Flieger hängt in Japan fest: "Solar Impulse 2" hat Flügelschaden

Die Crew der "Solar Impulse 2" erntet viel Beifall bei ihrer außerplanmäßigen Landung in Japan. Trotz der Unwetterstörung ist es nach 1700 Kilometern der längste Flug eines Solarfliegers. Aber die Probleme hören nicht auf.

Der Schweizer Sonnenflieger "Solar Impulse 2" muss nach seiner außerplanmäßigen Zwischenlandung in Japan repariert werden. Bei der Landung auf dem Flughafen Nagoya sei die rechte Tragfläche durch den Wind beschädigt worden, berichteten japanische Medien unter Berufung auf das Team um den Abenteurer André Borschberg.

Der Sonnenflieger werde voraussichtlich Mitte Juni weiterfliegen können. Zunächst müssten dafür die Ersatzteile aus der Schweiz beschafft werden, hieß es. Borschberg hatte die bisher längste Etappe über 8172 Kilometer von China nach Hawaii wegen einer Schlechtwetterfront über dem Pazifik abbrechen müssen. Er war Montagnacht (Ortszeit) in Nagoya gelandet.

Problem Schlafmangel

Der 62-Jährige wollte sechs Tage und fünf Nächte - und damit so lange wie noch nie auf seiner Weltreise - in der Luft bleiben. Borschberg und der zweite Pilot Bertrand Piccard lösen einander bei den Etappen ab. Dabei bietet ihnen nicht nur das schlechte Wetter die Stirn. Auch der Schlafmangel wird zum Gegner. Jeder der beiden Piloten kann nur maximal 20 Minuten am Stück schlafen.

Vor dem Start in China hatte das "Solar Impulse 2"-Team bereits lange auf gutes Wetter warten müssen. Der Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über Oman ging es weiter nach Indien, Myanmar und China. In Nanjing, wo das Flugzeug Ende März landete, war eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp geplant. Letztendlich warteten Borschberg und Piccard dort aber fast zwei Monate auf geeignetes Wetter für den Flug nach Hawaii.

Das einsitzige Karbonfaser-Flugzeug mit den riesigen Flügeln und einem nur 3,8 Kubikmeter kleinen Cockpit wird ausschließlich von Sonnenenergie angetrieben. Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Flügeln zapfen die Energie für die vier Elektromotoren ab. Sie wollen mit der Weltumrundung die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufzeigen.

Quelle: n-tv.de