Wissen

Frühwarnsystem Arktis Tauwetter sorgt für Extremwinter

Arktis.jpg

Die Nasa-Illustration zeigt die Eisausdehnung in der Arktis. (Bild vom 03.09.2010)

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Erwärmung der Arktis schreitet laut einem Bericht im Auftrag der US-Regierung ungebremst fort und wirkt sich offenbar auch auf das Wetter in bewohnten Gebieten der Nordhalbkugel aus. In der Region am Nordpol seien die Temperaturen auf Rekordwerte gestiegen, hieß es in dem von 69 internationalen Wissenschaftlern erstellten Jahresbericht "Arctic Report Card", den die Regierung in Washington vorstellte. In Grönland geht demnach die im Sommer gemessene Eismenge zurück. In den Jahren 2009/2010 habe die Menge des Sommer-Eises ihren drittniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 erreicht. Weniger Sommer-Eis habe es nur 2007 und 2008 gegeben.

Die Studie ergab weiter, dass die Dauer, in der Grönland von Schnee bedeckt war, auf ein Rekordminimum sank und die durchschnittliche Eisdicke weiter abnimmt. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass es Hinweise gebe, dass die höheren Lufttemperaturen in der Arktis die Luftzirkulation in den Süden verändere. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen dem extrem kalten und schneereichen Wetter im vergangenen Winter auf der Nordhalbkugel und den veränderten Winden der Arktis.

Die Leiterin der US-Ozeanographie- und Atmosphärenbehörde (NOAA), Jane Lubchenco, wies darauf hin, dass die Arktis vielen Fischen, Vögeln und Säugetieren als Brut- und Aufzuchtsstätte diene. Die Veränderungen in der Arktis wirkten sich aber nicht nur auf die dort lebenden Menschen und Tiere aus, sondern auch auf andere Regionen. "Um einen meiner NOAA-Kollegen zu zitieren: 'Was auch immer im Rest der Welt passiert, passiert zuerst und im höchsten Maße in der Arktis'", sagte Lubchenco. Der Jahresbericht beschrieb die Arktis als "Kühlschrank des Planeten".

Quelle: ntv.de, AFP