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Geniale Ideen von Tieren und Pflanzen Technik lernt von Natur

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Das Modell eines Insektenflügels steht im Freigelände des Zukunftszentrums Mensch-Natur-Technik-Wissenschaft in Nieklitz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Egal, ob Stacheldraht, Fallschirm, selbsttragende Zelte oder die Konstruktion von Flugzeugen und Gebäuden: Problemlösungen aus der Natur sind ein Vorbild. Die bundesweite Woche der Botanischen Gärten stellt Erkenntnisse aus der Bionik in den Mittelpunkt.

Der Klett-Verschluss ist der Natur abgeguckt. Der selbstreinigende Lotus-Effekt bei Farben lässt Schmutz mit dem Wasser abperlen. Hier waren die Lotuspflanze oder auch die Blätter der Kapuzinerkresse Vorbild. Solche Erkenntnisse aus der Bionik stehen noch bis zum 19. Juni im Mittelpunkt der bundesweiten Woche der Botanischen Gärten.

"Bionik" ist ein Mix aus Biologie und Technik. "Gerade in den letzten Jahren hat sich Deutschland zu einem weltweit führenden Zentrum der bionischen Forschung entwickelt", betonte der Verband Botanischer Gärten. Die Einrichtungen informieren über diesen Bereich mit der Ausstellung "Bionik - Von Pflanzen lernen für die Technik". Die Schau werde in etwa 35 der bundesweit 90 Einrichtungen gezeigt.

Natur spart Material

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Nieklitz zeigt auch eine überdimensionale Nachbildung einer Mohnblüte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sei es beim Stacheldraht, dem Fallschirm, selbsttragenden Zelten oder der Konstruktion von Flugzeugen und Gebäuden - Problemlösungen aus der Natur sind Vorbild. "Die Natur versucht, Material zu sparen", sagt Sabine Etges, die Kustodin im Botanischen Garten der Universität Düsseldorf. Die Funktion der einst rein akademischen Gärten habe sich inzwischen gewandelt. Heute gehe es auch um Wissensvermittlung.

In der Natur stecken ebenso für die Suche nach neuen Formen der Energiegewinnung hilfreiche Anregungen. "Man muss sie nur erkennen. Eine 60-jährige Buche zum Beispiel hat 200.000 Blätter. Das sind ihre Solaranlagen, in sechs Schichten übereinander, jede Schicht unterschiedlich sensibel für Licht", erklärte Berndt Heydemann, Initiator und Leiter des Zukunftszentrums Mensch-Natur- Technik-Wissenschaft in Nieklitz, Mecklenburg-Vorpommern.

Daraus ableiten lasse sich die Konstruktion von Solarzellen zur Stromerzeugung, die transparent und mehrschichtig sind. "Dann würde der Wirkungsgrad je Fläche deutlich höher." Der Erfindungsreichtum der Natur sei faszinierend. "In Nieklitz zeigen wir anhand großer Modelle, welche genialen Lösungen Tiere und Pflanzen entwickelt haben, die in abgewandelter Form vielfach auch technische Anwendungen durch den Menschen finden. Aber da stehen wir erst am Anfang."

Quelle: n-tv.de, dpa

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