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Mitmenschen werden unwichtig Teenager zu lange am Bildschirm

Was jeder schon ahnte, kann nun wissenschaftlich bewiesen werden. Jugendliche, die täglich mehrere Stunden vor Monitoren verbringen, haben weniger soziale Bindungen als ihre Altersgenossen.

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Wer täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm sitzt, kann kaum noch Bindungen mit Eltern und Freunden entwickeln.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Stundenlanges Fernsehen und Computerspielen wirkt sich bei Jugendlichen negativ auf die Beziehungen zu Eltern und Freunden aus. Das geht aus einer Studie hervor, die in der US-Fachzeitschrift "Archives of Pediatric and Adolescent Medicine" veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler hatten im Abstand von 16 Jahren zwei Gruppen von neuseeländischen Teenagern zu ihren Fernsehgewohnheiten und der Nutzung anderer Bildschirmmedien sowie ihren zwischenmenschlichen Beziehungen befragt.

1987 und 1988 hatten die Forscher fast 1000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren zu ihrem täglichen Fernsehkonsum befragt. Der später befragten zweiten Gruppe gehörten mehr als 3000 Jugendliche an, die im Jahr 2004 14 oder 15 Jahre alt geworden waren. Die Jugendlichen sollten in der Schule auf einem Fragebogen angeben, wie viel Zeit sie jeden Tag vor Fernseher, Computer oder Spielekonsole verbrachten, und wie lange sie an einem normalen Schultag lasen oder Hausaufgaben machten. Zu ihren sozialen Beziehungen mussten alle Jugendliche die selben Fragen beantworten.

Lesen fördert Bindungen

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Lesen fördert nicht nur die Entwicklung des Gehirns, sondern ist auch für zwischenmenschliche Beziehungen von Vorteil.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Bei der ersten Gruppe kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass jede zusätzliche Stunde vor dem Fernseher das Risiko einer weniger engen Bindung zu den Eltern um 13 Prozent erhöht. Bei den Beziehungen zu Gleichaltrigen war das Risiko sogar um 24 Prozent erhöht. Bei der zweiten Gruppe waren die Ergebnisse ähnlich - allerdings nur in Bezug auf die Eltern. Mit jeder zusätzlichen Stunde vor Fernseher oder Computer wurde ein um fünf Prozent höheres Risiko für weniger enge familiäre Bindungen gemessen. Teenager, die länger lasen oder Hausaufgaben machten, hatten demnach eher eine enge Beziehung zu ihren Eltern.

Angesichts der Wichtigkeit sozialer Bindungen für die Gesundheit und die Entwicklung von Heranwachsenden, sei die lange Zeit, die Jugendliche vor Bildschirmen verbringen, Anlass zu "Besorgnis", resümierten die Forscher.

Quelle: n-tv.de, AFP

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