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Samstag, 24. Oktober 2009

Rauchentwöhnung bei Jugendlichen: Telefonberatung hilft

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Jugendliche lassen sich mit beratenden Telefongesprächen dazu motivieren, das Rauchen aufzugeben. Dies ist Ergebnis einer Studie mit mehr als 2000 jungen Rauchern in den USA, veröffentlicht im "Journal of the National Cancer Institute". Mit den bis zu neun unterstützenden Telefonaten gaben demnach knapp 22 Prozent der Jugendlichen das Rauchen auf. In der Kontrollgruppe waren es knapp 18 Prozent.

Die Forscher um Arthur Peterson vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle hatten im US-Bundesstaat Washington nach dem Zufallsprinzip 50 Schulen ausgewählt. Bei den Elft- und Zwölftklässlern aus 25 der Schulen wurde nur erfasst, ob und wie viel sie rauchten. An den anderen Schulen wurden Rauchern dieser Altersgruppe Beratungsgespräche angeboten. Bei minderjährigen Schülern holten die Forscher dafür die Zustimmung der Eltern ein. Ergänzend wurden 745 Nichtraucher in die Analyse einbezogen, um statistisch auszuschließen, dass die telefonische Kontaktaufnahme allein den Rauchstatus beeinflusste.

Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger drohen

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Ein Jahr darauf wurde erneut erfragt, ob und wie oft die Jugendlichen zur Zigarette griffen. Für knapp 90 Prozent der Teilnehmer wurden Daten erfasst. Schüler, die in der Zwischenzeit von Beratern angerufen worden waren, gaben öfter als die Jugendlichen der Kontrollgruppe an, seit mindestens sechs Monaten nicht mehr geraucht zu haben. Trotz des eher geringen Unterschiedes von etwa vier Prozentpunkten werteten die Forscher das Ergebnis als Erfolg, da es zuvor überhaupt keinen erfolgreichen Ansatz gegeben habe, Jugendliche für Nichtraucherprogramme zu motivieren.

Als gut habe es sich dabei erwiesen, den Jugendlichen nicht mit dem "erhobenen Zeigefinger" zu drohen. Die Schüler seien in den individuellen Gesprächen behutsam motiviert worden, indem ihre Einstellung zu dem Thema geschickt hinterfragt wurde. Zudem wurden ihnen Methoden erläutert, die es leichter machen, einen Rauchstopp durchzuhalten – so gab es Tipps zur Stressbewältigung.

Kampagne "Be Smart – Don‘t Start"

Allerdings habe mehr als ein Drittel der Teilnehmer nicht mal einen Anruf mitgemacht – weil die Eltern dies ablehnten, der Schüler trotz mehrfacher Versuche nicht zu erreichen war oder der Jugendliche seine Meinung geändert hatte und nun doch nicht an dem Programm teilnehmen wollte.

Bei den Zwölftklässlern in den USA rauchten derzeit etwa 27 Prozent, knapp 14 Prozent von ihnen 10 oder mehr Zigaretten täglich, schreiben die Forscher. Fast die Hälfte aller rauchenden Jugendlichen habe in den vergangenen 12 Monaten mindestens einmal versucht, aufzuhören, nur 4 Prozent jährlich seien derzeit erfolgreich. Dies könnte sich durch die Anrufe ändern, hoffen die Autoren.

In Deutschland startet am 16. November 2009 erneut der erfolgreiche internationale Wettbewerb zum Nichtrauchen in Schulen "Be Smart – Don‘t Start" (etwa "Sei schlau und fang‘ gar nicht erst an"). Schulklassen können attraktive Preise gewinnen, wenn sie bis zum 30. April 2010 rauchfrei bleiben. Zu den prominenten Unterstützern zählen der Komiker Bernhard Hoëcker sowie der Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen. Anmeldeschluss im Schuljahr 2009/2010 ist der 14. November 2009.

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Quelle: n-tv.de