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Tumor nur schwer nachweisbar Urintest soll Pankreas-Krebs aufspüren

Bauchspeicheldrüsenkrebs verläuft lange symptomlos. Häufig wird er zu spät diagnostiziert. Die Heilungschancen sind gering. Weniger als fünf Prozent überleben die nächsten fünf Jahre nach der Diagnose. Ein neuer Urintest soll die gefährlichen Tumore schon frühzeitig ermitteln.

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Studienleiterin Crnogorac-Jurcevic ist überzeugt, dass ihr Test Leben retten kann.

(Foto: Pancreatic Cancer Research Fund)

Ein einfacher Urintest könnte Tumore der Bauchspeicheldrüse künftig schon im Frühstadium ermitteln. Anhand dreier Proteine im Urin könne man die Erkrankung mit einer Zuverlässigkeit von mehr als 90 Prozent ermitteln, berichtet ein Team um Tatjana Crnogorac-Jurcevic von der Londoner Queen Mary University im Fachblatt "Clinical Cancer Research". Eine frühere Diagnose könne die derzeit sehr schlechten Heilungschancen deutlich verbessern, schreiben sie.

Tumore der Pankreas haben zurzeit eine sehr schlechte Prognose. Fünf Jahre nach der Diagnose leben weniger als fünf Prozent der Patienten, schreiben die Forscher. In Europa starben 2013 demnach mehr als 40.000 Menschen an der Krankheit. Ein Grund für die schlechte Heilungschance ist, dass die Tumore meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden: Mehr als 80 Prozent der Patienten erhalten die Diagnose erst dann, wenn sich der Tumor bereits in dem Organ ausgebreitet oder sogar schon Metastasen gebildet hat. Dann sei es zu spät für eine Operation und damit auch für die bislang einzige Chance auf Heilung, schreiben die Forscher.

Gängige Marker unzuverlässig

Der derzeit gängigste Marker ist das Protein CA19-9 im Blut. Allerdings sei der Test darauf sehr unzuverlässig, betonen die Wissenschaftler. Auf der Suche nach einer Alternative fanden sie im Urin die drei Proteine LYVE1, REG1A und TFF1. Anhand der drei Eiweiße lasse sich Krebs der Bauchspeicheldrüse im Stadium I und II nachweisen. In Stadium I sind die Tumore kleiner als zwei Zentimeter, im Stadium II größer, aber noch auf das Organ begrenzt.

Den Urintest prüften die Forscher an 488 Urinproben. 192 stammten von Patienten mit Pankreaskrebs, 92 von Menschen mit einer chronischen Entzündung des Organs und 87 von gesunden Menschen. Zudem nutzte das Team 117 Proben von Patienten mit Erkrankungen der Leber und Gallenblase.

Die am Pankreas-Karzinom erkrankten Teilnehmer hatten erhöhte Werte der drei Proteinwerte im Vergleich zu Gesunden. Im Stadium I und II ermittelte der Test 93 Prozent dieser Patienten. Umgekehrt gab er ebenfalls bei 93 Prozent der gesunden Teilnehmer Entwarnung. Am besten funktioniert das neue Verfahren der Studie zufolge zusammen mit dem herkömmlichen Bluttest: Mit dieser Kombination stieg die Trefferquote bei den Krebs-Patienten auf über 94 Prozent, und alle gesunden Menschen hatten unauffällige Werte.

Experte ist skeptisch

Die Forscher betonen, das Verfahren müsse sich in größeren Studien bewähren. Sie hoffen, innerhalb weniger Jahre einen kostengünstigen Test entwickeln zu können. "Wenn wir eine Diagnose früher schaffen, können wir die Überlebenschancen sehr steigern", sagt Crnogorac-Jurcevic. Werde die Erkrankung im Frühstadium entdeckt, könnten fast 70 Prozent der Patienten länger als fünf Jahre überleben, schreiben die Autoren.

Dennoch bewertet Prof. Rienk Offringa vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Studie mit Skepsis. Es handele sich zwar um eine sehr sorgfältige Untersuchung, allerdings sei es noch zu früh, um den Nutzen beurteilen zu können. Fraglich sei insbesondere, wie sicher der Test zwischen einem Karzinom und einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse unterscheide. "Noch sind die Ergebnisse kein Anlass für große Hoffnungen", sagte Offringa.

Ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben den Autoren zufolge Menschen, in deren Familie die Erkrankung bereits vorkam – aber auch Raucher und Übergewichtige.

Quelle: n-tv.de, ail/dpa

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