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Aus der Karibik nach Europa Viel mehr fremde Fische in deutschen Flüssen

Adäquat zur Gesellschaft werden auch die deutschen Gewässer immer vielfarbiger. Die Zahl der aus dem Ausland zugereisten Fische und Neunaugen stieg allein in den vergangenen fünf Jahren beachtlich. Dafür gibt es verschiedene Erklärungen.

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Guppys stammen eigentlich aus der Karibik.

(Foto: dpa)

In deutschen Seen und Flüssen sind Forschern zufolge immer mehr Fische und Neunaugen zu finden, die früher nur im Ausland vorkamen. Die Zahl der bekannten sogenannten gebietsfernen Arten sei in den vergangenen fünf Jahren von 14 auf 21 gestiegen, berichtete die Stiftung des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn.

Hauptziel der Wissenschaftler war eine genetische Untersuchung der im Einzugsgebiet von Rhein, Weser, Oder, Elbe und Donau lebenden Fische. Nebenbei stießen die Forscher dann auf die neuen Exemplare. Darunter waren der Zebrabuntbarsch, der eigentlich im nördlichen Mittelamerika zu Hause ist, sowie der Guppy. Dieser lebt normalerweise in der Karibik.

Ein Grund für das Vorkommen der gebietsfernen Arten könne der Klimawandel sein, sagte ein Sprecher der Stiftung. Andere Fische wiederum gelangten über Lastkähne in heimische Flüsse: Bei Leerfahrten lassen diese Wasser zur Stabilisierung ein und ziehen oft Tiere mit herein, die an anderen Stellen wieder entlassen werden. Manche Fische stammten schlichtweg aus dem Aquarium und seien ausgesetzt worden.

Die Studie ist im Fachjournal "Molecular Ecology Resources" veröffentlicht. Insgesamt wurde 92 Arten von Fischen und Neunaugen genetisch untersucht. Das seien etwas 80 Prozent dieser Arten in deutschen Süßgewässern, erläuterte Hauptautor Matthias Geiger.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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