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Fledermäuse in Deutschland Viren mit SARS verwandt

Erstmals sind bei Fledermäusen in Deutschland Coronaviren nachgewiesen worden, die mit dem Erreger der Lungenkrankheit SARS entfernt verwandt sind. Wissenschaftler des Uniklinikums Bonn fanden nach eigenen Angaben bisher aber keine Hinweise darauf, dass diese Viren für den Menschen gefährlich werden könnten. Das schwere akute Atemwegssyndrom SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) wird von Coronaviren ausgelöst, die von chinesischen Fledermäusen stammen.

Das Forscherteam um den Virologen Christian Drosten untersuchte 315 Fledermäuse von sieben verschiedenen Arten und fand im Kot von fast jedem zehnten Tier Spuren von Gruppe-I-Coronaviren. Vor allem Jungtiere und ihre Mütter hätten sich als häufige Virusträger erwiesen. In den sogenannten Wochenstuben-Kolonien, die von erwachsenen männlichen Fledermäuse gemieden würden, steckten sie sich wahrscheinlich gegenseitig an, vermutet Drosten.

Um diese These zu überprüfen, wollen die Wissenschaftler nun weitere Untersuchungen durchführen und beispielsweise nach Virusantikörpern suchen. Die Experten erhoffen sich auch grundlegende Erkenntnisse darüber, wie es zu einer Übertragung auf den Menschen kommen kann. Die gefährlichen Viren könnten dann bereits in den Wirtstieren bekämpft werden. Coronaviren wurden bis zur Entdeckung von SARS im Jahr 2003 als harmlos für Menschen angesehen. Mit der damals neuartigen Erkrankung wurden weltweit rund 8.000 Menschen infiziert, mehr als 900 starben an dem Atemwegssyndrom, dessen Symptome denen einer Lungenentzündung ähneln.

Quelle: n-tv.de

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