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Sekret schützt vor Angriff Vögel profitieren von Kuckucksküken

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Kuckuckskinder unterscheiden sich von ihren "Adoptivgeschwistern" vor allem durch eine enorme Größendifferenz.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Kuckuck hat einen schlechten Ruf: Er jubelt seine Eier einem fremden Gelege unter und verschwindet. Nun stellen Forscher fest, dass die fremde Brut einen positiven Einfluss auf die Wirtsvögel hat. Die Kuckucksküken bieten ihrem Nest einen übelriechenden Schutz.

Von wegen Schmarotzer: Mit einem abstoßend stinkenden Sekret schützen Kuckucksküken die Nester ihrer Wirtsvögel vor Räubern. Eine Studie aus Spanien zeigt erstmals, dass der Nachwuchs von Rabenkrähen von den Brutparasiten profitieren kann. Das zahle sich vor allem dann aus, wenn viele Räuber wie Katzen oder Greifvögel die Umgebung unsicher machen, schreiben die Biologen im Fachblatt "Science".

Bislang rätselten Forscher, ob und, wenn ja, wie Wirtsvögel von Brutparasiten profitieren können. Denn wenn sie deren Nachwuchs durchfüttern, kriegen die eigenen Jungen weniger ab. Die Forscher um Daniela Canestrari von der Universität Oviedo in Asturien untersuchten nun das Verhältnis zwischen Häherkuckuck (Clamator glandarius) und Rabenkrähe (Corvus corone corone) in Nordspanien über einen Zeitraum von 16 Jahren. Beide Arten werfen Angehörige der jeweils anderen nicht aus dem Nest.

In bis zu zwei Dritteln der 741 Krähennester fanden die Biologen Kuckuckseier. Über die gesamten 16 Jahre war der Bruterfolg in beiden Nestgruppen – mit und ohne Brutparasiten – ähnlich, mit leichtem Vorteil bei Kuckuckspräsenz. Dass dies kein Zufall war, zeigten die Forscher, indem sie Kuckucke aus Nestern entfernten und anderen Gelegen unterschoben. Eine Entnahme verringerte den Bruterfolg, die Gabe erhöhte ihn dagegen um das Doppelte, schreibt das Team. Verlagerten die Biologen dagegen Krähenjunge zwischen Nestern, änderte sich die Überlebensrate nicht.

Stinkendes Sekret bietet Schutz

Dies führen die Forscher auf ein Sekret zurück, von dem Kuckucksjunge große Mengen absondern, wenn sie bedroht werden. Die übelriechende Substanz enthält viele Stoffe, von denen manche dafür bekannt sind, Räuber abzustoßen. Behandelten die Forscher Hühnerfleisch mit dem Sekret, rührten Katzen, Greifvögel oder andere Krähen die vermeintlichen Leckerbissen kaum an.

Für welche der beiden Arten im Nest sich das Zusammenleben eher auszahlt, hängt den Forschern zufolge von der jeweiligen Umwelt ab. Streifen wenige Räuber durch die Umgebung, so schmälern die Brutparasiten den Bruterfolg der Krähen eher. Doch sobald viele Räuber das Nest bedrohen, profitieren die Rabenvögel von ihren Nestgästen.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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