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Betrügerischer Warnruf Vogel ergaunert Beute

Der Ruf des schwarz gefiederten Trauerdrongos ist für andere Tiere ein Warnsignal. Vögel – etwa der Elsterdrossling – lassen ihre gerade gemachte Beute oft fallen, wenn sie ihn hören, und verstecken sich aus Angst vor einem vermeintlich herannahenden Raubvogel. Das ist die Gelegenheit für den Drongo, sich das zurückgelassene fremde Futter zu schnappen. Der Vogel stößt dafür mitunter sogar gezielt einen falschen Warnruf aus.

Diesen "Klepto-Parasitismus" genannten Betrug hat Amanda Ridley von der Universität Kapstadt in Südafrika näher erforscht und berichtet in den "Biology Letters" der britischen Royal Society darüber. Wenn die Drongos (Dicrurus adsimilis) alleine nach Futter suchten, warnten sie nur selten vor einer Gefahr. Sobald aber eine Gruppe von Elsterdrosslingen (Turdoides bicolor) in der Nähe war, schlugen sie bereitwillig Alarm. Die Drosslinge reagierten zuverlässig auf diese Laute – in fast 90 Prozent von insgesamt 105 Warnrufen von 16 Drongos. Diese Bereitschaft, auf die Warnung einzugehen, war die Grundlage für den Erfolg der Parasiten.

Bei der Auswertung von 55 Diebstählen von insgesamt 15 Drongos erwiesen sich 92,7 Prozent als erfolgreich. Beim Futterstehlen kamen die Räuber auf rund 3,5 Gramm Futter in der Stunde, verglichen mit etwa 1,5 Gramm je Stunde bei der eigenständigen Suche.

Quelle: ntv.de

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