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Tuvalu und Kiribati Vom Untergang bedroht

Der steigende Pegel des Pazifischen Ozeans droht die winzigen Inselstaaten Tuvalu und Kiribati zu überschwemmen. Beide befürchten, innerhalb einiger Jahrzehnte dem wegen der Erderwärmung steigenden Meeresspiegel zum Opfer zu fallen. "Unsere Inseln sind flach, flach wie ein Tisch", sagte Paani Laupepa, Abgesandter Tuvalus für das Forum Pazifischer Inseln, am Mittwoch.

Auf den neun Inseln des Kleinstaates leben 10.000 Menschen, die ihre von Palmen gesäumten Häuser bereits vom Wasser bedroht sehen. Die gesamte Bevölkerung werde betroffen sein, warnte Laupepa. Man habe ein Recht darauf, hier zu leben und werde jetzt gezwungen, die Inseln zu verlassen. Tuvalu sieht die regionale Großmacht Australien in der Pflicht, auf deren Konto der höchste Ausstoß an Treibhausgasen in der Region geht. Bisher war Australien aber nicht dazu bereit, bei der Umsiedelung der Inselbewohner zu helfen.

Premierminister John Howard lehnte selbst ein Treffen mit seinem Amtskollegen aus Tuvalu ab. Neben den USA ist Australien die einzige Industrienation, die sich weigert, das Kyoto-Protokoll zur Begrenzung von Treibhausgasen zu unterzeichnen. Treibhausgase sind die Ursache für die Erwärmung des Klimas und damit für steigende Pegelstände.

Die nordöstlich von Tuvalu am Äquator gelegenen Kiribati-Inseln sitzen im gleichen Boot. Ihr Präsident befürchtet, dass tief liegende Inseln wie Kiribati innerhalb von 50 Jahren im Meer verschwunden sein könnten. "Wenn wir davon reden, dass unsere Inselstaaten in zehn Jahren unter Wasser stehen werden, müssen wir einen anderen Ort finden, wo wir hingehen können", sagte Anote Tong zu Beginn des Pazifik-Forums.

Wissenschaftler haben davor gewarnt, dass Millionen Menschen in der asiatisch-pazifischen Region obdachlos werden könnten, wenn der Meeresspiegel bis 2070 bis zu 50 Zentimeter steigt. Eine australische Studie zum Klimawandel, die vor zwei Wochen veröffentlicht wurde, prognostizierte, dass ein Anstieg des Meeresspiegels um 30 bis 50 Zentimeter Hunderte Millionen Menschen betreffen würde. Große Teile Bangladeschs, Indiens, und Vietnams würden überschwemmt, Kiribati, die Malediven und die Fidschi-Inseln auf einen Bruchteil ihrer heutigen Fläche reduziert werden.

Quelle: n-tv.de

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