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Jährlich die Größe Griechenlands Wald verschwindet rasant

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Die Entwaldung auf der Erde nimmt rapide zu. Vor allem die Landwirtschaft verdrängt riesige Waldflächen, die nach der Rodung als Wiedeflächen, Felder oder Plantagen genutzt werden. Die Auswirkungen auf das gesamte Klimasystem der Erde sind dramatisch, warnt der WWF.

Jahr für Jahr verliert die Erde nach Angaben der Umweltorganisation WWF eine Waldfläche von der Größe Griechenlands - etwa 13 Millionen Hektar. Betroffen seien vor allem Tropenwälder, sagte WWF-Experte Markus Radday in Berlin. Auf sie entfielen mehr als 90 Prozent der jährlichen Entwaldung. "Die größte Ursache für den totalen Verlust von Wald ist die Landwirtschaft", erläuterte Radday zum Tag der Tropenwälder.

In Brasilien würden die Areale vor allem als Rinderweiden oder für den Anbau von Zuckerrohr und Sojabohnen genutzt, in Südostasien für Plantagen mit Ölpalmen oder Akazien zur Herstellung von Zellstoff und Papier. Aber auch Waldbrände wie in diesem Jahr in Russland und illegaler Holzeinschlag seien Schuld am Verschwinden von Wäldern.

Biologische Vielfalt bleibt auf der Strecke

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Mit Brandrodungen werden die Tiere des Waldes sofort getötet und zusätzlich Kohlendioxid produziert.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zur weltweiten Aufforstung konnte der WWF keine Angaben machen. Die Anlage von Plantagen etwa sei aber kein Ersatz für den Naturwald, sagte Radday. Plantagen seien kein Lebensraum etwa für Elefanten. 99 Prozent der biologischen Vielfalt gingen verloren, ebenso andere Leistungen des Naturwaldes wie die Möglichkeit zur Jagd für Einheimische oder der Schutz vor Bodenerosion.

Mit jedem Baum verschwindet dem WWF zufolge außerdem ein "Klimaschützer". Bäume wandeln das Klimagas Kohlendioxid in Kohlenstoff um und binden es in ihrer Biomasse, tropische Bäume besonders viel, wie Radday sagte. Nach Berechnungen des WWF speichert ein großer Urwaldbaum etwa so viel Kohlendioxid, wie ein Auto auf einer Strecke von 50.000 Kilometern ausstößt.

Der WWF fordert, wegen des Klimawandels den Waldschutz weltweit auszuweiten. Es müsse mehr Schutzgebiete geben und finanzielle Anreize für Entwicklungsländer, um ihre Wälder zu erhalten. Ein neues europäisches Holzhandelsgesetz, das der EU-Ministerrat laut WWF im Herbst verabschieden will, soll die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen nach Europa verbieten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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