Wissen

Klimawandel öffnet Nordwestpassage Weg frei für Grönlandwale

16022589.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Seit 1972 geht das Eis in der sommerlichen Arktis um 50 Prozent zurück. Diesen Sommer schmilzt es auf einen neuen Tiefstwert. So können Wale erstmals die Nordwestpassage durchschwimmen.

Grönlandwale können wegen des Klimawandels die Nordwestpassage durchschwimmen, die bislang als Eisbarriere zwischen dem Atlantik und dem Pazifik galt. Dies berichten Forscher um Mads Peter Heide-Joergensen vom Grönland-Institut für Rohstoffe im britischen Fachjournal "Biology Letters”. Sie konnten die Bewegungen von Grönlandwalen zwischen Alaska, der kanadischen Arktis und dem westlichen Grönland mit Hilfe von Satellitensendern nachverfolgen. Auch für Schiffe war die Nordwestpassage in den vergangenen Sommern wiederholt passierbar.

Wie die Forscher berichten, schwamm einer der beiden im Sommer 2010 beobachteten Wale von Grönland, der andere von Alaska aus in die Nordwestpassage hinein. Diese war um den 10. August weitgehend eisfrei. Im Parry-Kanal im kanadisch-arktischen Archipel schwammen sie im September 2010 aneinander vorbei und hielten sich etwa zehn Tage im selben Gebiet auf. Dann kehrten sie allerdings in ihre Heimatgewässer zurück, ohne die Nordwestpassage komplett durchquert zu haben.

Zwei Grönlandwale beobachtet

Bei den Walen handelt es sich um zwei von 180 Grönlandwalen, die die Forscher zwischen 2001 und 2010 in Alaska, der Kanadischen Arktis und im westlichen Grönland mit Satellitensendern ausgestattet hatten. Die beiden Wale zeigen zum ersten Mal, dass der arktische Seeweg für die Meeressäuger passierbar ist.

Das Eis in der sommerlichen Arktis ist seit 1972 um 50 Prozent zurück gegangen. Diesen Sommer wurde die geringste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht: Nur noch 4,24 Millionen Quadratkilometer waren mit Meereis bedeckt. In 20 Jahren könnte die Arktis im Sommer komplett eisfrei sein. Damit scheint sich die Nordwestpassage als arktische Verbindung zwischen dem atlantischen und dem pazifischen Ozean zu öffnen.

Damit seien nun zwei Populationen von Grönlandwalen miteinander verbunden, die bisher als getrennt angesehen wurden. Der Klimawandel könnte die räumliche Trennung zwischen den Unterpopulationen aufheben und neue Gebiete für die Meeressäuger erschließen. Dies gelte ebenso für andere Meeresorganismen, schreiben die Forscher.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema